FC Schalke 04 trennt sich von Tedesco: Stevens und Büskens übernehmen!

Gelsenkirchen - Aus und vorbei! Domenico Tedesco ist nicht länger Trainer des FC Schalke 04. Nach fünf Niederlagen in Folge zogen die S04-Verantwortlichen die Reißleine. Bei den "Knappen" hatte spätestens nach der 0:4-Heimklatsche gegen Fortuna Düsseldorf in der Bundesliga der Baum so richtig gebrannt.

Das neue Gelsenkirchener Gespann: Mike Büskens (links) als Co-Trainer und Huub Stevens, sollen die Schalker aus der Krise führen.
Das neue Gelsenkirchener Gespann: Mike Büskens (links) als Co-Trainer und Huub Stevens, sollen die Schalker aus der Krise führen.  © DPA

Die deutliche und peinliche 0:7-Pleite in der Champions League gegen Manchester City brachte das Fass zum Überlaufen.

Huub Stevens und Mike Büskens (als Co-Trainer) übernehmen den vakanten Posten interimsmäßig gegen RB Leipzig.

Nach der Bundesliga-Partie gegen Düsseldorf drohte die Situation bereits zu eskalieren. Nach Spielende lief Tedesco in die Kurve der Schalker Fans, wurde wüst und gestenreich beschimpft.

Das sah schon ein Stück weit nach Abschied aus. Doch als der neue Sportvorstand Jochen Schneider seine Arbeit in Gelsenkirchen in der Woche darauf antrat, sprach er dem Trainer vorerst das Vertrauen aus, machte aber gleichzeitig deutlich, dass die Tabelle nicht lüge.

Am vergangenen Wochenende stand für Tedesco und die Königsblauen in Bremen eine wichtige Begegnung auf dem Plan, die trotz zwischenzeitlicher Führung und einer deutlichen Leistungssteigerung mit 2:4 verloren ging.

Da nun auch noch das Champions-League-Achtelfinal-Rückspiel bei Manchester City haushoch verloren wurde, war der junge Coach nicht länger zu halten. "Wir haben uns diese Entscheidung alles andere als leicht gemacht, denn Domenico Tedesco genießt eine große Wertschätzung auf Schalke. In der vergangenen Saison konnte er eine sehr positive sportliche Entwicklung einleiten, die mit der Vizemeisterschaft ihren Höhepunkt fand“, sagte Sportvorstand Jochen Schneider.

"Allerdings dürfen wir nicht verkennen, dass die Entwicklung in dieser Saison unter dem Strich negativ ist. Bei meinem Amtsantritt habe ich diesbezüglich eine Trendwende eingefordert, die angesichts der ernsten sportlichen Situation in der Bundesliga zwingend notwendig ist. Wir sind nach reiflicher Überlegung zu der Erkenntnis gekommen, dass diese in der aktuellen personellen Konstellation nicht mehr möglich ist", so Schneider weiter.

Die vergangenen Wochen und Monate sind nicht spurlos an Domenico Tedesco vorbeigegangen.
Die vergangenen Wochen und Monate sind nicht spurlos an Domenico Tedesco vorbeigegangen.  © DPA

Es scheint ewig lange her zu sein, ist aber nochmal wichtig zur Einordnung: In der Saison 2017/18 ist Schalke Deutscher Vizemeister geworden! Davon war in den vergangenen Wochen nichts, wirklich gar nichts mehr zu sehen.

Tedesco hat es in dieser Zeit schlichtweg nicht geschafft, sein früheres Team zu dauerhaften Erfolgserlebnissen zu führen. Im Gegenteil.

Die äußerst unglückliche und bittere 2:3-Heimniederlage im Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel gegen Manchester City hat psychisch offenbar Spuren hinterlassen.

Das Spiel gegen die Fortuna war dann der absolute Tiefpunkt! Die völlig verunsicherten Kicker spielten Fehlpässe und leisteten sich individuelle Aussetzer, wie man es auf Schalke selten gesehen hat.

Düsseldorf nutzte das vogelwilde Abwehrverhalten und den leblosen Auftritt der Hausherren eiskalt aus, um das Ergebnis nach und nach in schwindelerregende Höhen zu schrauben. Ähnlich fassungslos machte den blauen-weißen Anhang das passive Abwehrverhalten gegen Manchester City in der Königsklasse.

Auch innerhalb der Mannschaft scheint vieles nicht zu stimmen. Denn nominell ist Schalke eigentlich besser besetzt, als in der vergangenen Spielzeit.

Musste nach fünf Niederlagen in Folge gehen: Domenico Tedesco.
Musste nach fünf Niederlagen in Folge gehen: Domenico Tedesco.

Davon ist allerdings nichts zu sehen. Das mag auch mit vielen Verletzungen, Formschwächen, ausbleibenden Erfolgserlebnissen und dadurch bedingte Unruhe im Verein zu tun haben, die in einen Negativstrudel mündeten, der in den vergangenen Wochen nicht gestoppt werden konnte.

Um trotz der schwachen Konkurrenz nicht doch noch in Abstiegsgefahr zu geraten, mussten die Schalker Verantwortlichen nach langem Zögern aber reagieren und die Reißleine ziehen. Denn die Spieler brauchen dringend einen neuen Impuls.

Dabei hatte die Ära Tedesco auf Schalke so gut angefangen. Mit Christian Heidel hatte er einen Verantwortlichen, der auf Kontinuität setzte und sich hinter den jungen Trainer stellte, was sich in der ersten Saison auch auszahlte, obwohl Tedesco bereits damals wegen einiger Entscheidungen kritisiert wurde.

Etwa, als er den Ur-Schalker und Weltmeister Benedikt Höwedes aussortierte.

Doch nun ist auch diese Phase Geschichte und S04 steht vor einem Neustart.

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