Trump erwartet von Putin die Rückgabe der Krim

US-Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf noch die Annerkennung der Krim-Annexion in Aussicht gestellt.
US-Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf noch die Annerkennung der Krim-Annexion in Aussicht gestellt.

Washington - US-Präsident Donald Trump fordert nach Angaben seines Sprechers, dass Russland die Halbinsel Krim an die Ukraine zurückgibt.

"Präsident Trump hat sehr deutlich gemacht, dass er von der russischen Regierung erwartet, dass sie die Gewalt in der Ukraine deeskaliert und die Krim zurückgibt", sagte der Pressesprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, am Dienstag vor Journalisten.

Trump stand wegen Verbindungen von Mitarbeitern zu Russland noch vor seiner Amtsübernahme unter Druck. Der Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn war am Montag zurückgetreten, nachdem herausgekommen war, dass er nach Trumps Wahlsieg mit dem russischen Botschafter in Washington über US-Sanktionen gegen Russland gesprochen und später falsche Angaben darüber gemacht hatte.

Er habe "unbeabsichtigt den designierten Vizepräsidenten und andere mit unvollständigen Informationen über meine Telefongespräche mit dem russischen Botschafter unterrichtet", hieß es in Flynns Rücktrittsschreiben.

Am Dienstag berichteten die "New York Times" und der Nachrichtensender CNN, Trump-Mitarbeiter hätten während des Wahlkampfs im vergangenen Jahr in wiederholtem Kontakt mit russischen Geheimdienstlern gestanden. Die Bundespolizei FBI ermittle. Die Regierung streitet die Kontakte ab.

Russland hatte sich die Schwarzmeerhalbinsel Krim im Jahr 2014 einverleibt. Als Reaktion hatten die Vereinigten Staaten unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama und die Europäische Union gegen Russland Sanktionen erlassen.

Trump stellte im Wahlkampf in Aussicht, die Krim-Annexion anzuerkennen.

Update, 13 Uhr: Inzwischen hat sich die russische Regierung zu dem Vorstoß Trumps geäußert. "Die Krim ist ein Teil Russlands. Alle Aussagen über eine Abtrennung der Krim von Russland sind ein Angriff auf unsere territoriale Integrität", schmetterte Parlamentspräsident Wjatscheslaw Wolodin jegliche Hoffnung des US-Präsidenten ab. Auch Außenamtssprecherin Maria Sacharowa bekräftigte laut Agentur Interfax, Moskau werde die Krim nicht zurückgeben.

Laut Außenpolitiker Leonid Sluzki habe man erkannt: "Wir haben - bei aller Sympathie für Trumps konstruktive Rhetorik - zu früh entschieden, dass er pro-russisch ist. Er ist pro-amerikanisch."

Das dürfte Russlands Präsidenten Wladimir Putin gar nicht gefallen.
Das dürfte Russlands Präsidenten Wladimir Putin gar nicht gefallen.

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