Donald Trump zu Polizeigewalt: "Es werden immer noch mehr Weiße als Schwarze getötet"

Washington - Der US-Präsident findet den Tod von George Floyd schrecklich! Aber er bleibt trotzdem überzeugt davon, dass Polizeigewalt in den USA vor allem Weiße treffen würde.

US-Präsident Trump (74) bei einer Rede im Rosengarten des Weißen Hauses.
US-Präsident Trump (74) bei einer Rede im Rosengarten des Weißen Hauses.  © Evan Vucci/AP/dpa

"Was für eine schreckliche Frage!" Mit diesen Worten reagierte Trump in einem aktuellen CBS-Interview auf die Frage, warum die Polizei in den Vereinigten Staaten von Amerika immer noch Afroamerikaner erschießen würde. 

Auch der Tod von George Floyd sei "schrecklich", erklärt der 74-Jährige. Floyd ist vor knapp zwei Monaten durch Polizeigewalt ums Leben gekommen, wodurch eine Welle an "Black Lives Matter"-Protesten in den USA in Gang gesetzt wurde.

Aber: "Auch Weiße, sogar mehr Weiße" würden durch Polizisten ums Leben kommen, so der US-Präsident.


Mit seiner Aussage bezieht sich Trump offenbar auf Hochschulstudien, laut denen die absolute Zahl an Weißen, die bei Polizeieinsätzen ums Leben kommen, tatsächlich größer ausfällt als die von Afroamerikanern. 

Auch eine Statistik der Washington Post besagt, dass in den USA seit 2015 insgesamt 5400 Menschen von Beamten erschossen wurden. 45 Prozent der Opfer hätten weiße Hautfarbe gehabt und 23 Prozent seien Schwarze gewesen.

Auf einem "Black Lives Matter"-Protest in New York wird das Gesicht des verstorbenen George Floyd hochgehalten. (Archivbild)
Auf einem "Black Lives Matter"-Protest in New York wird das Gesicht des verstorbenen George Floyd hochgehalten. (Archivbild)  © Bryan Smith/ZUMA Wire/dpa

Insgesamt sterben mehr Weiße, aber im Verhältnis kommen mehr Schwarze ums Leben

Komplett Unrecht hat Donald Trump mit seiner Behauptung also nicht. Allerdings lässt er dabei außer Betracht, dass Weiße auch einen erheblich größeren Anteil der knapp 330 Millionen Menschen in der US-Bevölkerung ausmachen. 

Wenn wir bei den Zahlen der Washington Post bleiben, dann stammen die 45 Prozent weißen Todesopfer bei Polizeieinsätzen aus der 60 Prozent großen Schicht an Weißen in den USA. Schwarze machen dagegen nur 13 Prozent der Bevölkerung aus und kommen dadurch mit den 23 Prozent aller Polizeiopfer auf eine erheblich höhere Todesquote.

Allerdings existiert in den Vereinigten Staaten von Amerika keine landesweite und einheitliche Statistik für Polizeigewalt. Deshalb fehlen hier offizielle und unabhängig aufgestellte Zahlenwerte, um das Problem zu belegen. 

Titelfoto: Evan Vucci/AP/dpa

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