Vertrag aufgelöst: So versaut sich Ex-Schalke-Talent Avdijaj die Karriere!

Tilburg (Niederlande) - Tiefer Absturz nach vielversprechendem Karrierebeginn! Für Donis Avdijaj (22) läuft es sportlich momentan überhaupt nicht.

Spielte in der Jugend des FC Schalke 04 unter anderem mit Leroy Sané und Thilp Kehrer zusammen: Donis Avdijaj.
Spielte in der Jugend des FC Schalke 04 unter anderem mit Leroy Sané und Thilp Kehrer zusammen: Donis Avdijaj.  © DPA

Sein Vertrag beim niederländischen Erstligisten Willem II Tilburg wurde am Montag in gegenseitigem Einverständnis aufgelöst.

Nach einer Suspendierung Ende vergangenen Jahres war Avdijaj nicht mehr zum Einsatz gekommen.

Zuvor hatte der technisch herausragende Kicker auf dem Fußballplatz überzeugt: In 18 Pflichtspielen für die erste Mannschaft erzielte er acht Tore und bereitete weitere sechs Treffer direkt vor.

Doch Avdijaj stand sich und einer großen Karriere zum wiederholten Male selbst im Weg: Diesmal ließ Willem II offiziell verlautbaren, dass der torgefährliche Zehner es im Winter-Trainingslager in Spanien nicht geschafft habe, sich die nötige Fitness anzueignen.

Im Dezember machten allerdings ganz andere Gerüchte die Runde: Avdijaj soll mit einigen Mannschaftskollegen unerlaubt ausgegangen - und deshalb suspendiert worden sein.

Bereits zuvor fiel er in seiner Karriere mit unbedachten, aber unverfälschten Aussagen wie in seinem legendären Scherz-Interview während seiner Zeit in Österreich, auf. Auch sonst trat er oft ins Fettnäpfchen und beging viele Fehler, wie er selbst im Interview mit Goal.com zugab.

Avdijaj an der Seite von Sané und Kehrer eines der größten Talente Deutschlands

Während seiner Zeit beim FC Schalke 04 galt Donis Avdijaj (r.) als eines der größten Talente Deutschlands.
Während seiner Zeit beim FC Schalke 04 galt Donis Avdijaj (r.) als eines der größten Talente Deutschlands.  © DPA

Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen. Avdijaj wuchs als Kind von kosovarischen Flüchtlingen mit vier Geschwistern in Osnabrück in einer sportbegeisterten Familie auf.

Bereits mit fünf Jahren begann er 2001 beim kleinen Verein SV Atter mit dem Fußballspielen und schoss in seinem ersten Match 20 (!) Tore.

Sein Talent fiel bald auch größeren Clubs auf: So wechselte er 2006 in die Jugend des VfL Osnabrück, wo er noch fünf Jahre spielen sollte, ehe es das Riesentalent zum FC Schalke 04 zog.

Dort hatte er überhaupt keine Anlaufschwierigkeiten. Im Gegenteil: In der Saison 2012/13 erreichte er eine der besten Quote in der Geschichte der B-Jugend Bundesliga: In 25 Spielen traf er 44 Mal und bereitete 13 weitere Treffer direkt vor!

Auch dank ihm schaffte es Schalke als Meister der West-Staffel bis ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft.

Dort zogen die "Knappen" gegen Hertha BSC zwar knapp (2:3) den Kürzeren, Avdijaj begeisterte aber trotzdem als spielstarker offensiver Mittelfeldspieler an der Seite von Leroy Sané (Manchester City), Maurice Multhaup (1. FC Heidenheim) und Felix Platte (SV Darmstadt 98) die Zuschauer: Denn sein herausragendes Talent war unverkennbar.

Top-Clubs standen Schlange!

Überzeugte bei Willem II Tilburg in der Hinrunde zwar sportlich, sorgte aber zum wiederholten Male mit Eskapaden außerhalb des Platzes für Aufsehen: Donis Avdijaj.
Überzeugte bei Willem II Tilburg in der Hinrunde zwar sportlich, sorgte aber zum wiederholten Male mit Eskapaden außerhalb des Platzes für Aufsehen: Donis Avdijaj.

Seit diesen unbeschwerten sportlichen Tagen ist allerdings viel passiert. Im Alter von 18 Jahren unterschrieb er trotz anderer Angebote auf Schalke einen Profivertrag mit einer Ausstiegsklausel in Höhe von 49 Millionen Euro, was für viel Aufsehen sorgte.

Avdijaj sagte dazu: "Bevor ich auf Schalke unterschrieben habe, hatte ich unter anderem Angebote von Juventus, Arsenal, Manchester United und Liverpool. Egal, bei welchem Spiel oder Turnier, immer waren Scouts vor Ort, um mich zu beobachten."

Wegen einiger Fehltritte konnte er sich bei den "Knappen" dann aber nicht durchsetzen und wurde nach Österreich ausgeliehen, wo er beim SK Sturm Graz überzeugte: 45 Spiele, 13 Tore, 11 direkte Vorlagen standen nach eineinhalb Jahren zu Buche.

Gestärkt kehrte er im Sommer 2016 nach Gelsenkirchen zurück, wo er mit einer Meniskusverletzung allerdings erstmal bis Mitte Oktober ausfiel. Dann jedoch schenkte ihm Trainer Markus Weinzierl das Vertrauen und so erzielte Avdijaj in neun Erstliga-Spielen zwei Tore.

Es sollten bis heute seine letzten Treffer in der deutschen Eliteklasse sein. Denn der neue Coach Domenico Tedesco setzte nicht mehr auf Avdijaj, der ohne Saisoneinsatz Anfang 2018 in die Niederlande an Roda JC Kerkrade ausgeliehen wurde. Zwischenzeitlich debütierte Avdijaj in der Nationalmannschaft des Kosovo, hat bislang sechs Spiele für sein Heimatland absolviert (zwei Tore).

Vor der laufenden Spielzeit gab Schalke den hochveranlagten Kicker aus der hauseigenen "Knappenschmiede" dann sogar ablösefrei an Willem II ab. Nach der dortigen Entlassung wird nun darüber spekuliert, ob Avdijaj in Österreich oder der Schweiz auf Vereinssuche ist.

Vielleicht findet er dort einen Abnehmer, kommt endlich zur Ruhe und macht nur noch mit sportlichen Leistungen auf sich aufmerksam...

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