"Donner-Fieber": Wenn Gewitter auf Pollen trifft, wird es richtig gefährlich!

Berlin - Es wird Sommer, und damit rollen oft Gewitter übers Land. Für viele Menschen kann das gesundheitliche Gefahren mit sich bringen - das sogenannte Gewitter-Asthma ("Thunderstorm Asthma"). Auch Menschen, die bisher noch keine Symptome hatten, trifft es.

Es kommt in Europa an: 2017 mussten in Großbritannien 8500 Menschen mit Pollen-Schock ins Krankenhaus! Neun starben an Asthmaattacken nach Gewittern!
Es kommt in Europa an: 2017 mussten in Großbritannien 8500 Menschen mit Pollen-Schock ins Krankenhaus! Neun starben an Asthmaattacken nach Gewittern!  © 123RF

Gewitter verstärkt quasi durch seine Sogkraft die Pollen-Konzentration, was besonders Allergiker hart trifft. Aber nicht nur das.

Beim Beginn eines Gewitters werden Pollenkörner, die zuvor bei meist warmem Wetter hoch in die Luft transportiert worden sind, durch starke Gewitter-Abwinde und mit aufkommendem Niederschlag sehr schnell heruntergedrückt und somit "heruntergewaschen".

Das verursacht den schnellen Anstieg der Pollenkonzentration in der Bodennähe. Dieser rasante Wechsel atmosphärischer Bedingungen führt auch dazu, dass sich "Bedingungen in den Pollenkörnern" verändern, schreibt >> pollenstiftung.de auf ihrer Homepage.

Der Druck in den Pollenkörnern steigt, sodass die Pollen quasi in großer Zahl auf einmal aufplatzen! Dadurch werden noch mehr und besonders kleine, allergene Partikel (< 5 ɥm) des im Pollenkorn vorhandenen Cytoplasmas in die Luft abgeben.

Die Kombination von Gewittern und einer hohen Pollenzahl kann sich für immer mehr Menschen als sehr schädlich und sogar tödlich erweisen.
Die Kombination von Gewittern und einer hohen Pollenzahl kann sich für immer mehr Menschen als sehr schädlich und sogar tödlich erweisen.  © 123RF

Und genau diese explosionsartig vielen winzigen Partikel können somit leicht bis in die unteren Atemwege eindringen. "Damit können plötzlich auch Personen mit einer saisonalen allergischen Rhinitis von Asthmaattacken betroffen sein, die bisher keine Erfahrungen mit Asthma gemacht haben", berichtet der Polleninformationsdienst weiter.

Dieses besondere und dramatische Phänomen ist bereits seit mehr als 30 Jahren bekannt. In diesem Jahr aber macht auch die eigenartige "Angstblüte"-Zeit, die besonders nach langer Trockenheit und einem zu intensiven Frühjahrsstart auftritt, große Sorgen. (Wieso ist eingetlich alles gelb in diesem Jahr, TAG24 berichtete).

Professor Karl-Christian Bergmann vom Allergie-Centrum-Charité in Berlin kommen in Deutschland, besonders während Gewittern in der Graspollensaison, vermehrt Personen mit allergischen Symptomen in die Ambulanz.

  • Mäßiger Regen entfernt normalerweise Pollen vollständig aus der Luft. Aber: Zu Beginn eines starken Gewitters steigt die Pollenkonzentration wieder kurzzeitig an!
  • Gewitter-Asthma tritt meist spät im Frühling und im Sommer auf, wenn hohe Konzentrationen luftgetragener Pollen auftreten.
  • TIPP: Menschen mit einer Pollenallergie, die sich während eines Gewitters innerhalb geschlossener Räume aufhalten, sind nicht betroffen
  • Ein erhebliches Risiko besteht vor allem bei Personen, deren Asthma nicht adäquat behandelt ist.
  • Es kann JEDEN treffen: Auch Personen mit allergischer Rhinitis, auch ohne vorhergehende Asthmaerfahrungen, können schwere Bronchialobstruktionen (Bronchienverengungen) erfahren.

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