Doping-Kronzeuge Dürr betrog nach Sperre weiter und wollte Geschäfte übernehmen

Erfurt - Es ist eine Geschichte, die erschreckt: Der Langläufer Johannes Dürr hat während seiner Dopingsperre und auch danach weiter gedopt. Das gab der Österreicher in einem Interview der ARD zu.

Johannes Dürr muss sich nun auch für seine neustes Doping verantworten.
Johannes Dürr muss sich nun auch für seine neustes Doping verantworten.  © DPA

"2014 bin ich durch den positiven Dopingtest kurz vor meiner Blütezeit aus dem Leistungssport herausgerissen worden, damit konnte ich nicht umgehen", sagte Dürr. "Nach meiner Sperre wollte ich noch mal zeigen, was in mir steckt, deshalb habe ich mir nach 2014 wieder Blut abnehmen lassen."

Dürr hatte mit einem vorherigen Interview der ARD die Doping-Ermittlungen mit den Razzien während der Nordischen Ski-WM in Seefeld sowie in Erfurt ausgelöst. Im Laufe dieser Woche war der an der WM-Qualifikation gescheiterte Langläufer dann selber von der Staatsanwaltschaft Innsbruck vernommen worden.

Dürr gab in dem Interview nun zu, dass er sich bereits während seiner Sperre mit unlauteren Mitteln auf sein Comeback vorbereitet habe. Er deponierte bereits 2015 neue Blutkonserven in Erfurt. Als der Mediziner S. zwischenzeitlich aussteigen wollte, erwog Dürr nach eigener Aussage, die Geschäfte selbst zu übernehmen.

"Ich war davon überzeugt, dass es ohne Doping nicht geht." Wenn der Arzt "jetzt nicht an mich, sondern an jemand anderen übergibt, habe ich keinen Zugang mehr", habe er damals gedacht. Am Ende macht Mark S. dann aber doch weiter, Dürr versuchte auszusteigen, wurde bei einem Anruf von S. 2018 aber wieder schwach.

Aufgeflogen ist er nun zum wiederholten Male durch die Helferin des Arztes, die zur Zeit selber in Österreich in Haft sitzt. Sie hatte der Polizei berichtet, dass sie Dürr erst im Herbst wieder beim Doping geholfen hatte.

Titelfoto: DPA

Mehr zum Thema Razzia:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0