Ex-Spitzensportler sicher: Doping-Skandal bei Ski-WM nur Spitze des Eisbergs

Seefeld/Erfurt - Die Doping-Razzien bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld und in Erfurt sind aus Sicht des früheren deutschen Rennrodlers Andi Langenhan nur die Spitze des Eisberges.

In dieser Praxis in Erfurt praktizierter der Arzt, Andi Langenhan ist schockiert von den Entwicklungen.
In dieser Praxis in Erfurt praktizierter der Arzt, Andi Langenhan ist schockiert von den Entwicklungen.  © DPA

"Ich bin froh, dass ich in einer Schnellkraftsportart und nicht im Ausdauersport bin, wo wahrscheinlich der Leistungsdruck so stark ist, dass alle mitmachen müssen", sagte der 34-jährige Suhler am Freitag MDR Thüringen.

Der zweimalige WM-Zweite ist nach seinem Karriereende der Anti-Doping-Beauftragte im Deutschen Rennrodelverband. In Deutschland hält Langenhan systematisches Doping für so gut wie unmöglich. Dafür seien die Kontrollen der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA viel zu engmaschig.

Langenhan sprach sich für ähnlich strenge Kriterien auch bei ausländischen Athleten aus. Weil das aber nicht so sei, würden die meisten Ermittlungen gegen mögliche Dopingsünder, wie zum Beispiel aus Russland, viel zu oft ins Leere laufen.

Langenhan zeigte sich entsetzt darüber, dass die Fäden für illegales Blutdoping in einer Erfurter Arztpraxis zusammenlaufen sollen. Dass ein österreichischer Skilangläufer bei der Weltmeisterschaft in Seefeld mit einer Blutinfusion auf frischer Tat ertappt worden sein soll, zeige, mit welchem Vorsatz vorgegangen werde, so Langenhan.

In München laufen derweil die Vorbereitungen auf die Überführung der zwei in Österreich festgenommenen Komplizen des Erfurter Sportmediziniers Mark S. Sie sollen so schnell wie möglich nach Deutschland gebracht werden.

Auch die Auswertung der über 40 gefundenen Blutbeutel laufe bereits, sicher scheint, dass wohl über 100 Sportler vom Dopinggeschäft profitiert haben sollen. Das darunter auch deutsche Sportler zu finden sind, kann nicht ausgeschlossen werden.

Titelfoto: DPA

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