Doping-Netzwerk: War dieser deutsche Olympia-Starter Kunde beim Skandal-Arzt?

Erfurt - Seit mehreren Wochen sitzt Doping-Arzt Mark S. in Haft, soll sich gegenüber den Ermittlern kooperativ zeigen. Nun scheint klar zu sein, welcher deutsche Sportler unter seinen Kunden war.

Robert Lehmann fuhr dreimal für Deutschland zu Olympia.
Robert Lehmann fuhr dreimal für Deutschland zu Olympia.  © Imago

Wie MDR und RBB gemeinsam berichten, war Ex-Eisschnellläufer Robert Lehmann aus Erfurt Kunde bei dem Sportmediziner, der 21 Sportler beim Betrügen geholfen haben soll.

Lehmann ging dreimal für die deutsche Mannschaft bei Olympia an den Start, gehörte zur Trainingsgruppe von Claudia Pechstein und ist derzeit Olympiastützpunkttrainer in Berlin.

Bei der Tagung der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft in Kienbaum bei Berlin sei der Name am Dienstag bekannt geworden, heißt es.

Der MDR habe Informationen aus dem Verband erhalten und versuchte diesen damit zu konfrontieren, der wollte sich dazu aber nicht äußern.

Auch der Anwalt von Robert Lehmann wollte Ermittlungen nicht bestätigen, die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) könne inhaltlich zu dem Fall nichts sagen, man ermittle weiter in dem Doping-Skandal.

Mark S. soll derweil Robert Lehmann bei Vernehmungen in München belastet haben, die beiden kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit in Erfurt. Sollte sich der Verdacht gegen Lehmann bestätigen, will die NADA ein entsprechendes Disziplinarverfahren vor dem deutschen Sportgericht einleiten.

Mark S. weiter in Haft

Für den Skandal-Arzt heißt es derweil weiter Untersuchungshaft. Eine Beschwere seines Anwalts wurde abgelehnt, S. bleibt in München und kommt nicht auf freien Fuß.

Eine Komplizin des Arztes, die sich gegen die Auslieferung von Österreich nach Deutschland juristisch gewehrt hatte, ist nun auch wieder in der Bundesrepublik und muss sich den Ermittlungen stellen.

Robert Lehmann ist mittlerweile als Olympiastützpunkttrainer in Berlin tätig.
Robert Lehmann ist mittlerweile als Olympiastützpunkttrainer in Berlin tätig.  © Imago

Titelfoto: Imago

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