"Ihr Lappen bescheißt einfach?" Michael Rösch platzt nach Doping-Skandal der Kragen

Dresden/Seefeld - Am Mittwoch platzte die Blutdoping-Bombe bei der Nordischen Ski-WM im österreichischen Seefeld. Kurz darauf platzte auch Ex-Biathlet Michael Rösch (35) der Kragen auf Facebook.

Michael Rösch (35) macht auf Facebook klar, was er von dopenden Sportlern hält.
Michael Rösch (35) macht auf Facebook klar, was er von dopenden Sportlern hält.  © DPA

Im Zuge einer Doping-Razzia wurden fünf Sportler festgenommen, einer sogar auf frischer Tat ertappt. Die Ermittler schlugen nicht nur in Seefeld zu, sondern zeitgleich auch bei Arzt Mark S. in seiner Praxis in Erfurt. Er sitzt mittlerweile in Haft in München.

Im Stadtteil Rieht soll er in seinen Räumlichkeiten, die er gemeinsam mit seiner Mutter führt, rund 50 Spitzensportler behandelt haben. Bei ihm wurden gefrorene Blutbeutel sichergestellt, die mit Decknamen beschriftet waren.

Für Rösch, der vor kurzem seine Karriere beendete, ist der gesamte Skandal unbegreiflich. "Es kotzt mich einfach an 😡😡😡😡😡 An alle Betrüger und Dopingsünder, ich hoffe ihr bekommt eure gerechte Strafe!!!!!!!!!!!! Sport steht für Ehrgeiz, Fairness und Charakter! Nicht für Betrug und Habgier!!!!!", platzt es aus dem Staffelolympiasieger von Turin 2006 in einem Facebook-Post heraus.

Während der Spiele in Italien vor 13 Jahren hatte das erste Mal ein handfester Dopingskandal die Biathlon- und Langlaufszene erschüttert. Betoffen waren schon damals die Österreicher.

Michael Rösch hatte beim Biathlon-Weltcup in Oberhof unter Tränen sein Karriereende verkündet.
Michael Rösch hatte beim Biathlon-Weltcup in Oberhof unter Tränen sein Karriereende verkündet.  © Imago

Rösch selbst machte nach dem Olympiasieg und einem Zerwürfnis mit dem deutschen Verband sowie dem Wechsel zum belgischen Verband eine harte Zeit durch. Er weiß, wie es ist, alleine zu trainieren, an die "Kotzgrenze" zu gehen und am Ende trotz all dieser Leiden nicht annähernd oben zu stehen.

Doch das ist ihm angesichts der Tatsache, dass er immer ein sauberer Sportler war egal. "Andere Sportler, und wenn sie noch soweit zurück liegen, reißen sich jeden Tag den Arsch auf um auf ihrem Niveau das Beste zu geben. Und ihr Lappen bescheißt einfach ????? Konkurrenten, Fans, Betreuer, Sponsoren werden alle verraten und betrogen 😤 Dann doch lieber Letzter aber dafür ehrlich", schreibt Rösch auf seiner Seite weiter.

Ausreden zählen da für den 35-Jährigen nicht: "Euch braucht der Sport nicht, in keinster Weise!!!!!!!!!!! Ihr zerstört die Visionen der Kinder und Jugendlichen! Und kommt mir nicht mit dem Argument: „Ich hatte keine andere Wahl“ Jeder hat eine Wahl und kann immer das Richtige tun!!!!!!"

Auch er weiß, dass es zahlreiche Sportler gibt, die schon mehrfach gesperrt waren und nach ihrer Rückkehr weiter fleißig Medaillen abräumen. Das ist nicht nur im Skilanglauf so, sondern auch in andere Sportarten wie Biathlon, Radsport, Schwimmen oder der Leichtathletik.

"BLEIBT SAUBER", lautet Röschs Abschlussstatement. Unter dem Post bekommt er für die wahren Worte viel Zuspruch.

Mittlerweile ist auch klar, dass von dem Dopingskandal wohl nicht nur die fünf vorläufig festgenommen Sportler betroffen sind. Es ist von "Hunderten" die Rede. Der Präsident des Österreichischen Skiverbandes Peter Schröcksnadel behauptet: "Mir hat das ein Ermittler gesagt, dass auch deutsche Sportler betroffen seien. Und dass der Fall eine internationale Geschichte ist", sagte Schröcksnadel im Interview der Bild.

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