Doppelmord am Jungfernstieg: Deshalb wurde der Prozess unterbrochen!

Hamburg - Der Prozess um den Doppelmord an der Hamburger S-Bahnstation Jungfernstieg scheint sich nun doch noch zu verzögern: Am Dienstag hatte der Verteidiger ein neues Gutachten gefordert - die Verhandlung musste unterbrochen werden.

Der Angeklagte sitzt zwischen seinem Anwalt Tim Burkert (rechts) und einem Dolmetscher.
Der Angeklagte sitzt zwischen seinem Anwalt Tim Burkert (rechts) und einem Dolmetscher.  © DPA

Er schlage einen psychologischen Sachverständigen vor, der ausführen solle, dass es sich doch um eine Affekttat gehandelt haben könnte, erklärte der Anwalt vor dem Hamburger Landgericht.

Das hatte zuvor ein Psychiater im Prozess bei seiner Befragung durch die Richter ausgeschlossen (TAG24 berichtete). Das Gericht unterbrach die Verhandlung für eine Beratung über den Antrag und wollte noch am Dienstag seine Entscheidung bekanntgeben. Wann es zu den Plädoyers kommen könnte, war zunächst unklar.

Der 34-jährige Angeklagte aus dem westafrikanischen Niger muss sich vor dem Hamburger Landgericht wegen Mordes an seiner Ex-Partnerin und der gemeinsamen kleinen Tochter verantworten. Im April waren beide an dem belebten S-Bahnsteig vor den Augen zahlreicher Zeugen erstochen worden (TAG24 berichtete).

Der Angeklagte hat das Verbrechen bereits gestanden. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass Hintergrund der Tat ein Sorgerechtsstreit war.

Aber auch die Aussage eines wichtigen Zeugen fehlt noch vor Gericht: Der letzten Lebensgefährte der Mutter konnte noch nicht verhört werden, da er nicht im Gericht erschienen war. Auch er befand sich zum Zeitpunkt der Tat am Jungfernstieg.

Blumen liegen nach dem tödlichen Messerangriff auf dem S-Bahnsteig Jungfernstieg.
Blumen liegen nach dem tödlichen Messerangriff auf dem S-Bahnsteig Jungfernstieg.  © DPA

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