Doppelmord am Jungfernstieg: Befangenheitsantrag gegen Gutachter

Hamburg - Der Prozess um den Doppelmord an einer Mutter und ihrer Tochter an der Hamburger S-Bahnstation Jungfernstieg verzögert sich wegen eines Befangenheitsantrags gegen den psychiatrischen Gutachter.

Der Angeklagte verbirgt sein Gesicht vor der Presse hinter einem Aktenordner (Archivbild). Neben ihm sitzt sein Anwalt Tim Burkert.
Der Angeklagte verbirgt sein Gesicht vor der Presse hinter einem Aktenordner (Archivbild). Neben ihm sitzt sein Anwalt Tim Burkert.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Es bestehe Zweifel an seiner Sachkenntnis, erklärte der Anwalt des 34 Jahre alten Angeklagten am Montag im Hamburger Landgericht.

In den vergangenen Wochen hatten mehrere Anträge der Verteidigung immer wieder zu Verzögerungen geführt, neue Prozesstermine mussten anberaumt werden (TAG24 berichtete).

Die Verhandlung wird am 21. Januar fortgesetzt, dann wollen die Richter über den neuen Antrag des Verteidigers entscheiden.

Ob an dem Tag auch die Plädoyers beginnen, ist unklar.

Der Angeklagte aus dem westafrikanischen Niger zeigte am Montag erneut offen seinen Unmut über den Verlauf der Verhandlung.

Er weigerte sich, den ihm zugewiesenen Platz einzunehmen und erklärte über seinen Dolmetscher, an dem Prozess nicht mehr teilnehmen zu wollen.

Eine Frau und ihre Tochter wurden im April an der S-Bahn-Haltestelle Jungfernstieg mit einem Messer getötet (Archivbild).
Eine Frau und ihre Tochter wurden im April an der S-Bahn-Haltestelle Jungfernstieg mit einem Messer getötet (Archivbild).  © dpa/TNN

Erst nach einem Gespräch mit seinem Anwalt beruhigte er sich.

Der 34-Jährige hatte zum Prozessauftakt gestanden, seine Ex-Partnerin und die gemeinsame einjährige Tochter am 12. April 2018 vor den Augen zahlreicher Passanten mit einem Messer getötet zu haben (TAG24 berichtete).

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der Hintergrund der Bluttat ein Sorgerechtsstreit mit der ursprünglich aus Neustrelitz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) stammenden Frau war, die noch vier weiter Kinder mit anderen Männern hat.

Titelfoto: dpa/Daniel Bockwoldt

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