Schaulustige quälen verletztes Robbenbaby: Kurz darauf stirbt es

Dorset (England) - Ein verletztes Robbenbaby wurde Ende November in England am Strand von Dorset angespült. Schaulustige bedrängten das arme Tier so sehr, dass es in Panik zurück ins Meer flüchtete. Am Ende kam jede Hilfe zu spät - die Babyrobbe starb.

Eine einzige Qual: Das verletzte Robbenbaby hatte höllische Angst vor den Schaulustigen.
Eine einzige Qual: Das verletzte Robbenbaby hatte höllische Angst vor den Schaulustigen.  © Facebook/Screenshot/Dorset Wildlife Trust

Neben den Schaulustigen, die den kleinen Seehund quälten, indem sie ihn bedrängten und umringten, teilweise Selfies mit ihm machten, gab es mindestens einen Passanten, der einen kühlen Kopf bewahrte.

Wie aktuell die "SUN" berichtet, rief der Zeuge bei der zuständigen Behörde für Tierschutz an. Als die RSPCA (dt. königliche Gesellschaft zur Verhütung von Grausamkeiten an Tieren) anrückte, war die Situation außer Kontrolle geraten, das Robbenbaby in großer Panik vor den Menschen geflüchtet.

Doch es tauchte schließlich wieder auf und rettete sich erneut an Land. Derek Davey, ein lokaler Wildtierexperte, der sich dann vorübergehend um das verängstigte Robbenbaby kümmerte, schilderte die Situation:

"Seine Flosse war infiziert, es war keine tiefe Wunde, so dass sie ziemlich leicht hätte behandelt werden können... Aber es gab noch mehrere Wunden an seinem Körper."

Laut Davey wäre die Robbe gestorben, wenn sie gar nicht mehr aus dem Meer zurückgekommen wäre.

Die Babyrobbe kam noch zum Tierarzt, doch es war zu spät

Das Robbenbaby starb später beim Tierarzt.
Das Robbenbaby starb später beim Tierarzt.  © Facebook/Screenshot/Dorset Wildlife Trust

Der Wildtierexperte ärgerte sich vor allen Dingen über die Schaulustigen, die dem Tier solche Angst eingejagt und es somit zusätzlich gequält hatten. Er rief die Bevölkerung auf in Zukunft die zuständigen Behörden zu informieren, anstatt sich einer Robbe zu nähern.

"Nähere dich ihm aus der Ferne, drücke ihn nicht zurück ins Wasser und sei vorsichtig, weil sie beißen können", so Davey.

Das Robbenbaby starb nicht direkt vor Ort, wurde sogar noch zu einem Tierarzt gebracht. Der behandelte zunächst die Wunde des Tieres, stellte dann jedoch fest, dass die Babyrobbe eine Infektion hatte, die zu weit fortgeschritten war. Schweren Herzens entschieden sich die Retter den kleinen Seehund einzuschläfern.

Zwar wäre das Tier also ohnehin gestorben, aber die Schaulustigen, die nur an ihre Selfies dachten und es sinnlos bedrängten, machten seine letzten Stunden zur Hölle.

Dieser qualvolle Tod hätte dem Tier in der Form wirklich erspart bleiben können.

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