Dramatisch gut: "Tatort" vom Sonntag war beste Unterhaltung

Dortmund – Es sind vor allem drei Erfolgsfaktoren, die den neuen Dortmunder Tatort zu einem gelungenen Fernseherlebnis machen. Der Fall ist so überzeugend wie spannend, das Zusammenspiel der Akteure so erfrischend wie unterhaltsam und das Ende hat es in sich.

Im neuen Tatort "Zorn" rätseln Ermittler und Zuschauer lange, wer hinter dem Mord steckt.
Im neuen Tatort "Zorn" rätseln Ermittler und Zuschauer lange, wer hinter dem Mord steckt.  © WDR/Thomas Kost

Vielleicht muss man die Figur Faber mögen, um den Tatort aus Dortmund zu mögen. Dass der neue Fall überzeugend und spannend bis zum Schluss ist, liegt aber nicht nur am eigenwilligen Kommissar.

Zum einen sorgen seine Art und sein persönlicher Fall, die Suche nach dem Mörder seiner Frau und Tochter, für lustige und packende Unterhaltung. Aber seine privaten Probleme rücken ebenso wie die Rückenprobleme der Kollegin Böhnisch nicht in den Vordergrund.

Der Fall steht im Mittelpunkt und damit auch die Ermittlungsarbeit. Geschickt werden drei Spuren gelegt, die alle auf plausible Mordmotive hindeuten. Die Kombination aus Bergbau-Vergangenheit und Reichsbürger-Gegenwart ist gelungen.

Die Arbeit des Ermittlerquartetts gestaltet sich wie gewohnt eher schwierig als reibungslos. Im neuen Fall erleben die Zuschauer einen Konflikt zwischen der etablierten Dalay und dem Neuen Pawlak. Dass dieser einen folgenschweren Fehler begeht, lässt den Fall menscheln.

Das Ende veredelt diesen Tatort. Denn es gibt zwei zeitgleiche SEK-Einsätze, bei denen jeweils ein Teammitglied involviert ist. Aber Faber und Dalay überstehen die Situationen jeweils körperlich unversehrt. Das Team bleibt also zu viert.

Kann das Ermittler-Quartett besser zusammen wachsen? Wann findet Faber endlich den Mörder Markus Graf? Die psychologischen Spielchen des Dortmunder Tatorts bieten im Zusammenspiel mit guten Drehbüchern noch Potenzial für weitere spannende Fälle.

Der Tatort aus Dortmund

Dieses Quartett ermittelt im Tatort Dortmund (v.l.): Martina Böhnisch (Anna Schudt), Peter Faber (Jörg Hartmann), Nora Dalay (Aylin Tezel) und Jan Pawlak (Rick Okon).
Dieses Quartett ermittelt im Tatort Dortmund (v.l.): Martina Böhnisch (Anna Schudt), Peter Faber (Jörg Hartmann), Nora Dalay (Aylin Tezel) und Jan Pawlak (Rick Okon).

Seit 2012 gibt es den Tatort aus Dortmund, der vom WDR produziert wird. In den bisherigen Fällen sahen sich die Kommissare mit unterschiedlichen Milieus wie etwa Neonazis, Rockern oder Drogendealern konfrontiert.

Das vierköpfige Ermittlerteam wird von Kriminalhauptkommissar Peter Faber geleitet. Faber ist ein schwieriger Charakter und leidet an Depressionen, nachdem er Frau und Tochter durch einen Autounfall verloren hat. Der Vorfall stellt sich im vierten Fall als Mord heraus. Seitdem jagt Faber den Täter Dominik Graf.

Als Ermittler beweist er jedoch immer wieder herausragende psychische Fähigkeiten, auch im Zusammenspiel mit seinen Kollegen Martina Bönisch, Nora Dalay und dem "Neuen" Jan Pawlak.

Jener Pawlak ist seit der 12. Folge der Nachfolger von Daniel Kossik. "Zorn" ist der dreizehnte Fall des Dortmunder Teams.

Titelfoto: WDR/Thomas Kost

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