Ordnungsamt zockt Obdachlose ab: So oft wurde bereits durchgegriffen

Dortmund - Die Stadt Dortmund ist kein gutes Pflaster für Obdachlose. Wohnungslose, die sich verbotenerweise einen Schlafplatz in der Öffentlichkeit suchen, werden zur Kasse gebeten (TAG24 berichtete). So oft hat das Ordnungsamt Obdachlose bereits bestraft.

Eine Nacht auf der Bank zieht in Dortmund eher als in anderen Städten in NRW eine Geldstrafe nach sich.
Eine Nacht auf der Bank zieht in Dortmund eher als in anderen Städten in NRW eine Geldstrafe nach sich.  © dpa (Symbolbild)

Zwischen 400 und 500 Menschen leben in Dortmund auf der Straße. "Lagern und Campieren" sind in der Innenstadt verboten. Verstöße werden mit einem Knöllchen geahndet, das eine Geldstrafe von 20 Euro enthält.

Laut dem WDR hat das Ordnungsamt in diesem Jahr bisher 464 Maßnahmen gegen Obdachlose durchgesetzt. In 265 Fällen wurde ein Strafgeld beantragt.

Wer die 20 Euro Strafe nicht bezahlen kann, muss mit einem Bußgeld rechnen. Falls auch dieses nicht bezahlt werden kann, droht ein Gefängnisaufenthalt.

Vielfach reagiere das Ordnungsamt in solchen Fällen auf Beschwerden von Anwohnern, wegen Mülls, Urinieren oder Lärm, weshalb der Vorwurf, dass eine regelrechte Jagd auf Wohnungslose veranstaltet werde, von Mitarbeitern der Behörde zurückgewiesen wurde.

Seltsamerweise werden in Dortmund Vergehen von Obdachlosen am härtesten geahndet. In anderen Städten von NRW wird eher mit Fingerspitzengefühl bestraft. Laut WAZ.de würde in Düsseldorf das öffentliche Nächtigen kaum geahndet, in Köln würden nur sehr selten Verwarngelder verhängt.

Das Campieren, Lagern und Schlafen wird in der Innenstadt bestraft.
Das Campieren, Lagern und Schlafen wird in der Innenstadt bestraft.  © dpa (Symbolbild)

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