Dieser Rapper erklärt dem DFB den Krieg

Rapper M.I.K.I. erklärte in seinem neuen Musikvideo dem Deutschen Fußball-Bund den "Krieg".
Rapper M.I.K.I. erklärte in seinem neuen Musikvideo dem Deutschen Fußball-Bund den "Krieg".

Dortmund - "Krieg dem DFB" - Wenn es nach einigen Fans und Ultras von deutschen Fußballvereinen gehen würde, könnte das schon bald bitterer ernst werden.

Mitte Mai sorgten die Anhänger von Dynamo Dresden beim Zweitliga-Spiel gegen den Karlsruher SC erstmal mit diesem Spruch für Aufsehen (TAG24 berichtete). In einem einheitlichen Military-Look erklärten die Fans dort dem Deutschen Fußball-Bund wortwörtlich den Krieg.

Ruhrpott-Rapper M.I.K.I (mit richtigem Namen Michél Puljic) hat jetzt sogar einen eigenen Song veröffentlicht. Dort geht es um das gerade viel diskutierte Thema: Kommerz im Fußball. Der 28-Jährige ist selber Borussia-Dortmund-Fan und kritisiert im Video zu "Krieg dem DFB" die andauernde Kommerzialisierung seiner "großen Liebe".

Das Video wirkt bedrohlich. Immer wieder kommen vermummte Männer mit "Krieg dem DFB"-Shirts zum Vorschein. Beliebte Stilmittel im Musikvideo: Stinkefinger, Baseballschläger und Bengalos.

Vor allem die Kommerzialisierung durch hohe Transfers, den Einfluss der Chinesen kritisiert der 28-Jährige.
Vor allem die Kommerzialisierung durch hohe Transfers, den Einfluss der Chinesen kritisiert der 28-Jährige.

Mittlerweile wurde der Song, der u.a. gegen Red Bull, den Einstieg der chinesischen U20-Mannschaft in die Regionalliga, Timo Werner und Mario Götze hetzt, mehr als 283.000 Mal angeklickt.

DFB-Präsident Reinhard Grindel sagte jetzt der "Bild"-Zeitung: "Der Begriff Krieg hat im Fußball nichts verloren."

Rapper M.I.K.I sieht das allerdings anders. Er erklärte auf Facebook: "Dass das 'Krieg' und die ganzen Szenen als Stilmittel genommen wurden, sollte man als gebildeter Mensch eigentlich verstehen. Dass ein Protest bei dem man nur 'bitte, bitte' sagt nichts bringt, das weiß auch jeder!"

Aber nicht nur der DFB ist für den Kreisliga-Kicker ein Dorn im Auge. Im Lied heißt es: "DFB, Berater, Spieler, überall korrupte Affen, die nur Kohle seh'n und leider auf den Fußball kacken."

Der 28-Jährige ist Anhänger von Bundesligist Borussia Dortmund.
Der 28-Jährige ist Anhänger von Bundesligist Borussia Dortmund.

Fakt ist: In einigen Punkten hat der 28-Jährige definitiv recht. Beispiel: Champions-League-Rechte. Ab 2018 gibt's die Königklasse ausschließlich bei Sky und DAZN zu sehen. Das ZDF hat die Senderechte an die beiden Bezahlsender verloren.

Auch die exorbitanten Ablösesummen, die vor allem durch chinesische, englische und französische Klubs immer wieder gezahlt werden, stoßen dem Rapper auf.

Der neueste Mega-Transfer von Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-German für 222 Millionen Euro dürfte da ein gefundenes Fressen für den Kommerz-Kritiker sein.

Dennoch: Die Bundesliga-Saison hat noch nicht einmal angefangen, und schon jetzt gibt es jede Menge Zündstoff.


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