Kinder (10 und 13 Jahre) im Schlaf erschlagen und erstochen: Eltern vor Gericht

Darmstadt – Im Prozess um die getöteten Kinder aus dem südhessischen Mörlenbach hat der Anwalt des Vaters auf eine mehrjährige Haftstrafe plädiert, ohne ein genaues Strafmaß zu fordern.

Der Fund zweier toter Kinder in einem Haus in Mörlenbach sorgt im August 2018 für großes Aufsehen.
Der Fund zweier toter Kinder in einem Haus in Mörlenbach sorgt im August 2018 für großes Aufsehen.  © dpa/Silas Stein

Der Verteidiger wertete im Darmstädter Landgericht am Montag die Tat als heimtückischen Mord, weil der geständige Angeklagte die schlafenden Kindern (10 und 13 Jahre alt) erschlagen und erstochen habe.

Sein Mandant sei allerdings vermindert schuldfähig gewesen, weil er zuvor Schlaftabletten genommen habe.

Die Staatsanwaltschaft hatte für beide angeklagten Elternteile auf lebenslange Haft wegen Mordes aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen plädiert. Sie forderte zudem, die besondere Schwere der Schuld festzustellen.

Der Verteidiger der Ehefrau hatte auf Freispruch plädiert. Ein Urteil soll am Mittwoch verkündet werden.

Laut Anklage hat das insolvente Zahnärzte-Ehepaar in der Nacht zum 31. August 2018 das zehn Jahre alte Mädchen und ihren drei Jahre älteren Bruder gemeinsam erschlagen und erstochen. Danach sollen sie Feuer im Haus gelegt und erfolglos versucht haben, sich mit Autoabgasen selbst zu töten (TAG24 berichtete).

Zahnärzte-Ehepaar stand vor Zwangsversteigerung des Hauses

Die Feuerwehr konnte die Eltern retten. Die Familie hätte am Vormittag des 31. August ihr wegen der Insolvenz zwangsversteigertes Haus räumen müssen (TAG24 berichtete).

In seinem letzten Wort bereute der Angeklagte die Tat und entschuldigte sich bei seiner mitangeklagten, 47 Jahre alten Ehefrau.

Die 47-Jährige hatte behauptet, ihr Mann habe die Kinder getötet, als sie kurz aus dem Haus war und distanzierte sich von ihm.

Titelfoto: dpa/Silas Stein

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