Zutritt in Lager verweigert: Viele Flüchtlinge aus Türkei campen am Hafen von Lesbos

Lesbos (Griechenland) - Im Hafen von Mytilini, der Hauptstadt der griechischen Insel Lesbos, campen neuerdings Hunderte Flüchtlinge.

Migranten haben im Hafen von Mytilene auf Lesbos ein Lager aufgeschlagen, nachdem Einheimische den Zugang zum Flüchtlingslager Moria blockiert hatten.
Migranten haben im Hafen von Mytilene auf Lesbos ein Lager aufgeschlagen, nachdem Einheimische den Zugang zum Flüchtlingslager Moria blockiert hatten.  © dpa/AP/Panagiotis Balaskas

Es handelt sich zum Großteil um jene rund 500 Migranten, die am Wochenende illegal von der Türkei nach Griechenland übersetzten. (TAG24 berichtete)

Sie seien von den Behörden und Hilfsorganisationen gar nicht erst ins offizielle Auffanglager Moria gefahren worden, weil es überfüllt ist, sondern in einen mit Gittern abgegrenzten Bereich des Hafens gebracht worden, heißt es vor Ort.

Auch Migranten, die sich bereits auf der Insel aufhielten, zieht es an den Hafen. Sie erzählen, dass sie Gerüchte gehört hätten, wonach Schiffe vor allem Familien nach Athen bringen würden. "Die Lage auf Lesbos ist extrem angespannt", sagte Boris Cheshirkov, der für das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) auf Lesbos ist, der Deutschen Presse-Agentur.

"Eine Erstanlaufstelle, die wir im Norden der Insel errichtet hatten, ist am Wochenende von Randalierern niedergebrannt worden", sagte Cheshirkov. Auch Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und Journalisten seien angegriffen worden.

Bei den Vermummten handele es sich allem Anschein nach um Einwohner der Insel. In griechischen Medien war auch von Rechtsradikalen die Rede.

Auf Lesbos leben derzeit nach Angaben des griechischen Staates fast 20.000 Flüchtlinge und Migranten. Das Flüchtlingslager Moria, ein ehemaliges Gefängnis, hat nur eine Kapazität von 2800 Plätzen.

Die übrigen Menschen campen um das Lager herum, in Unterkünften von Hilfsorganisationen und nun auch am Hafen.

Kleidung liegt auf Booten oder hängt auf Leinen.
Kleidung liegt auf Booten oder hängt auf Leinen.  © dpa/AP/Panagiotis Balaskas

Titelfoto: dpa/AP/Panagiotis Balaskas

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