Drei deutsche Ex-Manager wegen Waffenlieferung nach Kolumbien vor Gericht

Kiel - Drei ehemalige Manager der Waffenfirma Sig Sauer aus Eckernförde müssen sich wegen des Verdachts illegaler Pistolenlieferungen über die USA nach Kolumbien von Dienstag an vor dem Kieler Landgericht verantworten.

Der deutsche Sig Sauer-Geschäftsführer Tim Castagne hält eine P226 X-Five Violine-Sportpistole in den Händen.
Der deutsche Sig Sauer-Geschäftsführer Tim Castagne hält eine P226 X-Five Violine-Sportpistole in den Händen.  © DPA

Unter den Angeklagten ist auch ein Geschäftsführer der US-Schwesterfirma des Waffenherstellers.

Laut Anklage sollen die Männer für die Lieferung von mehr als 47.000 Pistolen vom Typ SP 2022 aus Deutschland in die USA zwischen April 2009 und April 2011 verantwortlich sein.

Von diesen Waffen wurden in der Folge mehr als 38.000 nach Kolumbien weiterveräußert.

Die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) erteilten Genehmigungen schlossen laut Gericht aber eine weitere Ausfuhr nach Kolumbien aus.

Laut dem Anwalt von Sig Sauer Eckernförde sei die Ausfuhr genehmigungsfähig gewesen. Den Managern drohen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen.

Ein Mann steht am Stand von Sig Sauer USA auf der Messe International Defense Exhibition And Seminar (IDEAS). Das Landgericht Kiel verhandelt ab dem 26. Februar über eine möglicherweise illegale Waffenlieferung nach Kolumbien.
Ein Mann steht am Stand von Sig Sauer USA auf der Messe International Defense Exhibition And Seminar (IDEAS). Das Landgericht Kiel verhandelt ab dem 26. Februar über eine möglicherweise illegale Waffenlieferung nach Kolumbien.  © DPA

Update, 13.17 Uhr:

Zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigern liefen Gespräche über eine Verständigung, sagte der Vorsitzende Richter Markus Richter nach Verlesung der Anklage.

Im Raum stünden Bewährungsstrafen gegen zwei Angeklagte in Höhe von einem Jahr und sechs Monaten bis ein Jahr und zehn Monaten. Im Falle des dritten Angeklagten, der laut Staatsanwaltschaft eine untergeordnete Rolle in dem Fall spielte, ist eine Strafe zwischen sechs Monaten und einem Jahr im Gespräch.

Der Prozess soll am Mittwochnachmittag fortgesetzt werden.

Titelfoto: DPA

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