Von Sex bis Leiche. Jan flüstert aus der Neustadt

Jan Frintert (41) erzählt skurrile und unterhaltsame Anekdoten aus der Neustadt.
Jan Frintert (41) erzählt skurrile und unterhaltsame Anekdoten aus der Neustadt.

Dresden - Der Neustadt-Blogger Jan Frintert (41) hat in „seinem“ Szeneviertel schon einiges erlebt.

Regelmäßig veröffentlicht er Neuigkeiten und Erzählenswertes unter dem Pseudonym Anton Launer auf www.neustadt-geflüster.de!

Sex, wilde Nächte und eine Leiche ... Jetzt hat er die 30 besten Geschichten in seinem Buch „Anton auf der Louise“ zusammengefasst.

Für 9,80 Euro gibt es das Exemplar ab dem 1. Dezember u. a. im „Catapult“ oder im „Au Cherie“.

Bei uns gibt Jan Frintert schon mal einen Einblick.

Die ausführliche Geschichte steht im Buch.
Die ausführliche Geschichte steht im Buch.

Lautes Stöhnen aus dem Nordbad
Damals gab es im Hinterhof der Louisenstraße 48, dem heutigen Nordbad, ein Reinigungsbad.

Die meisten Wohnungen hatten Anfang der 90er-Jahre noch kein eigenes Bad, geschweige denn warmes Wasser.

Im Reinigungsbad bekam man für kleines Geld eine warme Wanne und Kaffee.

Während man in der Warteschlange stand, war es nicht selten, dass man Ohrenzeuge von leidenschaftlichen Badewannen-Treffen wurde.

Warum heißt es Bermuda-Dreieck. Im Buch wird's verraten.
Warum heißt es Bermuda-Dreieck. Im Buch wird's verraten.

Das Bermuda-Dreieck und knappes Trinkgeld
Das mysteriöse Bermuda-Dreieck der Neustadt befindet sich auf der unteren Görlitzer Straße.

Wenn sich hier die Massen tummeln, geht schon mal der ein oder andere Party-Gast verloren.

Doch meistens tauchen diese Leute irgendwann, irgendwo wieder auf. In einer Kneipe beobachtete ich einmal, wie ein Bargast seine 49,50-Mark-Rechnung mit einem 100-Mark-Schein zahlte und zum Wirt sagte: ‚fünfzig‘!

Der Wirt gab ihm 50,50 Mark zurück, legte ein Kondom dazu und sagte: Damit sich sowas Geiziges wie du nicht vermehrt.

Gefährliches Pflaster die Neustadt?
Gefährliches Pflaster die Neustadt?

Die Leiche auf der Sebnitzer Straße
1992 wohnte ich für ein paar Monate in der Sebnitzer Straße. Eines Morgens tummelten sich ein halbes Dutzend Männer in Schutzanzügen und Atemmasken im Hausflur, dazu kam ein beißender Gestank.

Durch den Türspion beobachtete ich, wie meine Nachbarin tot aus ihrer Wohnung getragen wurde. Sie war bereits seit Wochen verstorben.

Aufgefallen ist es, da die ältere Dame in den letzten Wochen bevor sie starb keine Toilette mehr benutzte, sondern ihr Wohnzimmer.

Und so tropfte es irgendwann in der Wohnung darunter von der Decke ...

In der Neustadt geht's "drunter" und drüber.
In der Neustadt geht's "drunter" und drüber.

Wo selbst die Steine versacken ...

Im Oktober 2000 sackten mehrere Pflastersteine mitten auf dem Martin-Luther-Platz etwa 30 Zentimeter nach unten.

Dass man in der Neustadt versacken kann, ist ja nichts Neues. Doch, dass neuerdings Pflastersteine versacken, ist schon ein ziemlich starkes Stück.

Eine Sperrung des ganzen Platzes sollte her, damit die anderen Steine genau wissen, wer hier Herr über Grund und Untergrund ist.

Es wäre ja auch ein Drama, wenn plötzlich eine ganze Straße im Untergrund verschwindet und sämtliche Kneipen plötzlich mangels Laufkundschaft versacken. Aber wie man sieht, steht heute noch alles.

Fotos: Steffen Füssel, Archiv


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0