Hinweise nicht weitergegeben: Kreisbehörde räumt Panne bei totem Kind (†3) ein

Dillingen - Nach dem Tod eines dreijährigen Buben in Schwaben hat das Landratsamt Dillingen eine interne Panne eingeräumt.

Bereits in Halle wurde wohl eine Kindeswohlgefährdung festgestellt, die Behörden gaben die Info jedoch nicht weiter. (Symbolbild)
Bereits in Halle wurde wohl eine Kindeswohlgefährdung festgestellt, die Behörden gaben die Info jedoch nicht weiter. (Symbolbild)  © 123RF/ambrozinio

Bei der Kreisbehörde war drei Monate vor dem Tod des Kindes ein Hinweis einer Nachbarin über eine mögliche Gefährdung des Jungen eingegangen, der aber behördenintern nicht an das Jugendamt weitergeleitet worden war.

Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Der Dreijährige war im Oktober aus bislang unbekannten Gründen gestorben.

Die Augsburger Staatsanwaltschaft prüft, ob ein Tötungsdelikt vorliegt. Details würden derzeit dazu nicht bekannt gegeben, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde am Mittwoch.

Das Landratsamt in Dillingen an der Donau erhebt allerdings auch schwere Vorwürfe gegen das Jugendamt in Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt, wo die Familie zuvor gelebt hatte.

Das Jugendamt Halle hätte die Kollegen von dem Umzug nach Bayern informieren müssen, da bezüglich des Dreijährigen in Halle bereits eine Kindeswohlgefährdung festgestellt worden sei. Von der Stadtverwaltung in Halle war zunächst keine Stellungnahme zu den Vorwürfen zu erhalten.

Die SPD will den Fall zum Thema im bayerischen Landtag machen. Mit zwei Landtagsanfragen solle ein mögliches Behördenversagen geprüft werden, berichtete die SPD-Fraktion am Mittwoch.

Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob ein Tötungsdelikt vorliegt. (Symbolbild)
Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob ein Tötungsdelikt vorliegt. (Symbolbild)  © 123RF/kzenon

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