Dreister Azubi tankt für 526 Euro schwarz

Azubi Nick T. (22) tankte Benzin für 526,75 Euro und bezahlte nicht.
Azubi Nick T. (22) tankte Benzin für 526,75 Euro und bezahlte nicht.

Von Theo Stiegler

Zwickau - „Das war schon besonders dreist“, kommentierte der Sprecher das Amtsgerichts Zwickau, Stephan Zanke, den Fall Nick T.: Der junge Mann (22) auf der Anklagebank hatte an acht Zwickauer Tankstellen seinen Seat vollgetankt, ohne zu bezahlen.

Zwischen April und Mai 2015 fuhr er - meist nachts - mit Benzin im Wert von insgesamt 526,75 Euro davon.

„Warum haben Sie sich auf diese Weise den Kraftstoff besorgt?“, fragte Richter Andreas Nahrendorf. Der Angeklagte: „Ich hatte einen finanziellen Engpass, und da ich mit dem Auto von Zwickau nach Reinsdorf zur Lehre fahren musste, sah ich keine andere Möglichkeit.“

Der Richter wusste jedoch, dass der Azubi Ende April aus der Lehre flog, nun von Arbeitslosengeld lebt. „Da gilt natürlich die Begründung, ich musste zur Arbeit fahren, kaum noch.“

Nachts sei es einfacher, so Nick T., mit gestohlenem Sprit davonzukommen. Am Ende war es ein Irrtum: Videobeweise führten die Polizei auf die Spur des frechen Kraftstoffdiebs.

Da noch frühere Delikte ähnlicher Art offenstanden, entschied das Gericht auf eine Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Monaten, die noch einmal zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Außerdem muss Nick T. 100 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten. Richter Nahrendorf: „Sehen Sie sich vor, schon das kleinste Delikt kann dazu führen, dass Sie doch noch hinter Gitter wandern.“

Foto: Theo Stiegler


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