1050 Euro Strafe, Fleppen futsch: Mann blau auf E-Roller erwischt

Dresden - Die aktuelle Entwicklung ist alarmierend: Mehr als die Hälfte aller Alkohol-Fahrten im Verkehr wird von E-Scooter-Nutzern begangen! Einer der Sünder landete jetzt vor Gericht. Denn Informatiker Denny M. (29) wollte seine Strafe nicht zahlen.

Akzeptierte letztlich die Strafe für seine Trunkenheitsfahrt mit dem E-Scooter: Informatiker Denny M. (29) am Amtsgericht.
Akzeptierte letztlich die Strafe für seine Trunkenheitsfahrt mit dem E-Scooter: Informatiker Denny M. (29) am Amtsgericht.  © Holm Helis

111 alkoholisierte E-Roller-Fahrer hatte die Dresdner Polizei allein im August erwischt. Einer davon war Denny M. Der gelernte Informatiker fuhr mit einem Lime-Roller gegen zwei Uhr in der Nacht aus Richtung Neustadt über die Albertbrücke.

Laut Polizei mit 1,36 Promille. Die Grenze liegt wie bei Autofahrern bei 0,5 Promille. Folge: 1050 Euro Geldstrafe und fünf Monate Führerscheinentzug wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr.

Doch der Sünder wollte nicht zahlen, versuchte gestern beim Amtsgericht eine Einstellung des Verfahrens zu erreichen.

"Ich sehe meinen Fehler ein, bereue auch, was ich gemacht habe." Er habe nicht gewusst, dass Rollerfahrer anders als Radler (Grenze bei 1,6 Promille) behandelt würden.

Doch Richter Roland Wirlitsch (59), der selbst schon E-Scooter fuhr, ließ das kalt. Er riet dem Trunkenheitsfahrer dazu, die Strafe zu akzeptieren. Da diese in Bezug auf sein Einkommen niedrig angesetzt war, tat Denny M. das dann auch.

So wie gegen den Informatiker verhängten Gerichte in Dresden seit Juni 80 Strafen gegen betrunkene Rollerfahrer. Bisherige Bilanz: Rund ein Drittel der Sünder akzeptierte, knapp ein Drittel legte Einspruch ein.

Der Dresdner war im August mit dem Roller betrunken über die Albertbrücke gefahren.
Der Dresdner war im August mit dem Roller betrunken über die Albertbrücke gefahren.  © Holm Helis

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