350.000 Euro in den Sand gesetzt: Doch kein Hochhaus in der Johannstadt!

Dresden - Eigentlich wollte die neue Woba "WiD" in der Johannstadt ein Hochhaus mit 16 Etagen und 132 Sozialwohnungen errichten. Doch dann regte sich Anwohnerprotest gegen das bisher größte Bauprojekt der Stadttochter. Ein Rettungsplan scheiterte im Rat - dort wurden die Pläne gekippt. Jetzt sind die Folgen klar.

Musste laut Stadt den Planungsstopp anweisen: WiD-Chef Steffen Jäckel (49).
Musste laut Stadt den Planungsstopp anweisen: WiD-Chef Steffen Jäckel (49).  © Holm Helis

"Es war das erste und einzige Hochhaus, was die WiD geplant hat. Es war auch ein Testballon, wie der Stadtrat zum sozialen Wohnungsbau steht - und der ist krachend gescheitert", so Grünen-Chef Thomas Löser (46).

Zusammen mit der SPD hatten die Grünen bis zur letzten Minute versucht, das Gesamtprojekt zu retten. Ein mit der WiD abgestimmter Plan, das Hochhaus schlanker zu bauen und möglichst weit an den Rand des Baufeldes zu rücken, scheitere. Am Ende stimmte sogar die Linke gegen das WiD-Prestige-Projekt.

Das wiederum verzögert nicht nur den kommunalen Wohnungsbau erheblich, es kostet auch mächtig Geld. "Die WiD geht derzeit von mindestens 350.000 Euro an Planungskosten aus.

Der tatsächliche Schaden wird sich erst nach Rechnungslegung ermitteln lassen", sagt OB Dirk Hilbert (47, FDP) auf die Ratsanfrage von Thomas Löser. Die Kosten sind unter anderem deshalb so hoch, weil keine ähnlichen Planungen vorlagen und ein aufwendiges Wettbewerbsverfahren durchgeführt wurde.

"Das Geld wurde in den Sand gesetzt. Die Linke ist ausgeschert und hat das Projekt damit beerdigt", so Löser weiter. Dagegen wehrt sich der Bauexperte der Linken, Tilo Wirtz (51): "Die Grünen werden immer mehr zu Betongrünen. Wir waren von Anfang an skeptisch. Hochhäuser sind immer teurer als Flachbauten. Auf unsere Stimmen kam es zudem nicht an."

WiD-Chef Steffen Jäckel (49) äußerte sich nicht. Fakt ist: Die WiD hat, um weitere Kosten zu sparen, einen Planungsstopp für den Bau verhängt.

Das hätte das erste WiD-Hochhaus sein können. Die Pläne wurden im Rat gestoppt.
Das hätte das erste WiD-Hochhaus sein können. Die Pläne wurden im Rat gestoppt.  © Grafik: Stesad/WiD
Auf dem Gelände einer alten Kita sollte das WiD-Hochhaus gebaut werden.
Auf dem Gelände einer alten Kita sollte das WiD-Hochhaus gebaut werden.  © Thomas Türpe
Ärgert sich über den Untergang des Prestige-Baus: Grüne-Chef Thomas Löser (46).
Ärgert sich über den Untergang des Prestige-Baus: Grüne-Chef Thomas Löser (46).  © Steffen Füssel

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