Macht Dresden auch den 8. Mai zum Gedenktag?

Dresden - In diesem Jahr jährt sich nicht nur die Bombardierung Dresdens zum 75. Mal, sondern auch das Kriegsende am 8. Mai. Die Linken-Fraktion im Stadtrat hat deshalb ein besonderes Anliegen an Oberbürgermeister Dirk Hilbert (48, FDP).

OB Hilbert soll die Verantwortung für die Gedenkveranstaltungen am 8. Mai übernehmen.
OB Hilbert soll die Verantwortung für die Gedenkveranstaltungen am 8. Mai übernehmen.  © dpa/Sebastian Kahnert

So soll er Verantwortung für Kranzniederlegung und Gedenkveranstaltungen übernehmen. Diese sollen am Sowjetischen Ehrenmal für die Gefallenen der Roten Armee und auf dem Sowjetischen Garnisonfriedhof stattfinden.

"Ich bin der Meinung, der 8. Mai als Tag der Befreiung muss in der Dresdner Gedenkkultur einen ähnlichen Stellenwert wie der 13. Februar erhalten", sagt Ratsmitglied Jens Matthis (53, Linke).

Holger Hase (43, FDP) teilt zwar die Einschätzung, dass dem Thema in den letzten Jahren zu wenig Beachtung geschenkt wurde, hält den Linken-Antrag aber dennoch für nicht mehrheitsfähig. "Ich bin mir nicht sicher, ob eine protokollarische Kranzniederlegung das geeignete Mittel ist, die erinnerungspolitischen Probleme zu lösen."

Außerdem hält er das Ehrenmal als Ort für problematisch. "Das Denkmal wurde bewusst als Siegesdenkmal geschaffen und jahrzehntelang für propagandistische Inszenierungen genutzt."

Hase wünscht sich zudem eine Einbeziehung der Partnerstädte Dresdens, insbesondere von St. Petersburg und Breslau, um die internationale Perspektive des Datums deutlich zu machen. Entscheiden wird über den Antrag letzten Endes der Stadtrat.

Titelfoto: dpa/Sebastian Kahnert

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