91 Standorte in Sachsen: Rote Armee erobert das Internet!

Dresden - Übungsplätze, Bunker, Hangars oder ganze Militärstädte - in der DDR gab es genau 1116 Liegenschaften der Sowjetarmee. Sie wurden jetzt erstmals komplett in einer Datenbank erfasst und sollen online zugänglich sein.

Anfang der 90er-Jahre zog sich die Rote Armee aus Sachsen zurück, die Atomraketen waren zuvor schon verschwunden.
Anfang der 90er-Jahre zog sich die Rote Armee aus Sachsen zurück, die Atomraketen waren zuvor schon verschwunden.

Das Deutsch-Russische Museum in Berlin hat die Bestandsaufnahme zusammen mit dem Deutschen Historischen Institut in Moskau sowie dem Zentrum Militärgeschichte der Bundeswehr erarbeitet.

"Rund 13.000 Dokumente sind so zusammengetragen worden", sagt Christoph Meißner vom Berliner Museum zu dem aufwendigen Projekt.

Die Objekte und Flächen verteilten sich auf 616 Orte in Ostdeutschland. Die meisten betroffenen Ortschaften waren in Brandenburg - genau 237. In Sachsen waren 91 Liegenschaften von der Roten Armee belegt.

Experte Meißner: "In Sachsen gab es sogar vier reguläre Atomobjekte in Zeithain, Torgau, Altenhain und Wurzen.

Und ab Mai 1984 bis Februar 1988 wurden Objekte in Königsbrück und Bischofswerda als Stationierungsorte für Atomraketen genutzt."

Nach dem Mauerfall wurden die Areale an Deutschland zurückgegeben. Ende August 1994 zogen die letzten der 700.000 stationierten Soldaten ab. Die neue Datenbank (museum-karlshorst.de) verstehe sich als Dienstleister für Historiker, Hobbyforscher und Geschichtsinteressierte, sagt Meißner.

Frei gewordene Gebäude wurden teils abgerissen, Flächen verkauft. Auf einigen Arealen siedelten sich wieder Pflanzen und Tiere an.

Im Januar 1992 trat am Güterbahnhof Dresden-Neustadt eine Pioniereinheit die Heimreise in die ehemalige Sowjetunion an.
Im Januar 1992 trat am Güterbahnhof Dresden-Neustadt eine Pioniereinheit die Heimreise in die ehemalige Sowjetunion an.  © Nowosti/Archiv

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