Dresden hat die meisten Drogen im Abwasser

Dresdens Suchtbeauftragte Kristin Ferse (56) warnt vor der gefährlichen Droge Crystal.
Dresdens Suchtbeauftragte Kristin Ferse (56) warnt vor der gefährlichen Droge Crystal.

Von Dominik Brüggemann

Dresden- Dresden dröhnt sich mit Drogen voll - und das sogar messbar. Im Abwasser lassen sich erhebliche Spuren von Crystal-Resten der Konsumenten nachweisen, wie der Europäische Drogenbericht 2015 zeigt.

Erschreckend: Neben Oslo (Norwegen) konsumieren die Dresdner besonders viel der gefährlichen Droge Crystal (Methamphetamine), führen mit den Norwegern beim Test unter 42 europäischen Großstädten. Exakt 133 Milligramm pro 1000 Einwohner und Tag fließen durchs Abwasser, so die gemessenen Proben von 2014.

Kurios: Dienstags liegt der Wert bei über 150 Milligramm, das ist der Spitzenwert der Woche.

Im Dresdner Abwasser finden sich Reste der Droge Crystal - im europäischen Städtevergleich sogar besonders viel.
Im Dresdner Abwasser finden sich Reste der Droge Crystal - im europäischen Städtevergleich sogar besonders viel.

„Wir können von Tausenden Crystal-Dosen pro Woche ausgehen, die in der Stadt konsumiert werden“, schätzt Dr. Jürgen Dinger, Mediziner an der Uniklinik, den Konsum der Dresdner ein.

Dresdens Suchtbeauftragte Kristin Ferse (56) warnt: „Crystal ist eine gefährliche Droge, doch Alkohol ist in der Gesellschaft noch verbreiteter.“

Während Crystal in der Elbmetropole im Trend liegt, stehen in anderen Städten Koks und Marihuana oben auf der Liste. Beim Koks-Konsum steht London an der Spitze, beim Cannabis führt Amsterdam. Aber keine Sorge, das geklärte Crystal-Abwasser fließt in die Elbe.

Eine berauschende Wirkung hat Leitungswasser also nicht.

In den Proben fanden die Wissenschaftler eine hohe Konzentration von Crystal-Resten. Koks und Cannabis fanden sie verstärkt in London und Amsterdam
In den Proben fanden die Wissenschaftler eine hohe Konzentration von Crystal-Resten. Koks und Cannabis fanden sie verstärkt in London und Amsterdam

Fotos: Steffen Füssel, Thomas Türpe, Stephanie Pilick/dpa


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