Ärger im Schützenverein: Drohte ein Anwalt mit "satanischen Methoden"?

Dresden - Die große Politik oder doch noch nur der Versuch einer schnöden Erpressung? Jan H. (55) drohte einer Anwaltskanzlei mit Konsequenzen für die Kinder des Juristen. Seine Ausrede dafür ist recht ungewöhnlich.

Jan H.'s Sohn war Mitglied in der Privilegierten Scheiben-Schützen-Gesellschaft zu Dresden, blieb dem Verein allerdings 212 Euro Mitgliedsbeiträge schuldig.
Jan H.'s Sohn war Mitglied in der Privilegierten Scheiben-Schützen-Gesellschaft zu Dresden, blieb dem Verein allerdings 212 Euro Mitgliedsbeiträge schuldig.  © privat

Weil Klassenkameraden auch dabei waren, trat Jans Sohn (18) im Oktober 2015 der "Privilegierten Scheiben-Schützen-Gesellschaft zu Dresden" (PSSG) bei. Doch schon im Juni des folgenden Jahres trat er wieder aus. Der Verein wollte nun den kompletten Jahresbeitrag, Vater Jan aber nur die tatsächliche Mitgliedschaftszeit zahlen.

So kam ein Anwalt ins Spiel, der Jan H. anschrieb, dass der Sohn bei Volljährigkeit für die Schulden geradestehen müsse. Die Antwort des Vaters: Der Anwalt solle es unterlassen, "mit solchen satanischen Methoden seinen Sohn zu bedrohen", schrieb er in einer Mail, "sonst haften Ihre Kinder für alle Schäden, die sie meinem Sohn zufügen."

Eine Erpressung will Papa Jan darin nicht sehen: "Ich habe für den Sicherheitsdienst der jüdischen Gemeinde, den Zentralrat der Juden und die russische Militäranwaltschaft gearbeitet", so der Hartz-IV-Empfänger. "Nach Anti-Terrorgesetzen haften die Familien. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass ich mich an höhere Instanzen wende."

Dem Amtsrichter waren diese Gesetze aber unbekannt. Da Jan bisher wegen Fahrens ohne Führerschein, Trunkenheit am Steuer und Verletzung der Unterhaltspflicht, nicht aber einschlägig vorbestraft war, stellte das Gericht das Verfahren gegen Zahlung von 500 Euro ein.

Satanische Verse auch am Mauerwerk der Schützengesellschaft?
Satanische Verse auch am Mauerwerk der Schützengesellschaft?  © Peter Schulze

Titelfoto: privat

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