Ärger um das Orang-Utan-Haus: Tierschützer verklagen Dresdner Zoo

Dresden - Donnerstag konnte der Dresdner Zoo den 500.000 Besucher in diesem Jahr empfangen. Doch hinter den Kulissen dürfte die Freude getrübt gewesen sein.

Zoo-Chef Karl-Heinz Ukena (49) ist auch nicht über den Zustand des Orang-Utan-Hauses erfreut.
Zoo-Chef Karl-Heinz Ukena (49) ist auch nicht über den Zustand des Orang-Utan-Hauses erfreut.  © Christian Essler/xcitePress

Die Einrichtung bekommt nämlich Ärger mit der Justiz. Wegen unhaltbarer Zustände im Orang-Utan-Haus hat die Tierschutzorganisation "Great Ape Project" Strafanzeige gestellt. Ende des Jahres soll es nun endlich den Bauplan für die neue Anlage geben.

Ob die Stadt Geld für ein neues Affengehege lockermacht, beschäftigte den Stadtrat schon seit Anfang des Jahres: Erst wollte man die Liquditätsreserve anpacken, dann war die plötzlich leer und es gab Zoff.

Die CDU forderte, den Neubau trotzdem zu beschließen. Finanzbürgermeister Peter Lames (55, SPD) bemängelte, dass das rechtswidrig wäre. Mit einer Umschichtung gelang es schließlich, doch 500.000 Euro für die Orang Utans aufzutreiben. Dazu kamen im Juni noch einmal 60.235 Euro vom Stadtbezirksbeirat Altstadt (TAG24 berichtete).

Doch kurz vor dem Startschuss schaltete sich die Organisation "Great Ape Project" ein: Nachdem sie 2018 das Gehege schon mit einem Negativpreis versehen hatte, erstattete sie am 21. Juni 2019 Strafanzeige gegen den Zoo, hält die Unterbringung der Affen dort für gesetzeswidrig.

Zoo-Chef Karl-Heinz Ukena (49) bestreitet nicht, dass Unterbringung der Affen im Dresdner Zoo problematisch ist

Im Außengehege haben die Tiere etwas mehr Platz.
Im Außengehege haben die Tiere etwas mehr Platz.  © Eric Münch

Oberstaatsanwalt Lorenz Haase (59) bestätigt: "Wir haben die Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen."

Der Zoo-Chef bestreitet nicht, dass die Unterbringung der Affen problematisch ist: "Wir kennen den Zustand sehr gut, deshalb ist es auch unser nächstes Projekt", sagt Karl-Heinz Ukena (49).

"Allerdings gab es dringlichere Ausgaben, wie zum Beispiel das Elefantenhaus, das kurz vorm Zusammenstürzen war. 8,7 Millionen kostete das." Die Vorgaben, die die Organisation als Vorschrift sieht, haben laut Ukena für Altbauten nur empfehlenden Charakter.

Ärgerlich findet den gesamten Vorgang CDU-Fraktions-Chef Jan Donhauser (49, CDU): "Es ist ärgerlich, dass es nun zu einer Klage gekommen ist", sagt er.

"Das hätte alles im Februar schon in Sack und Tüten sein können." Aktuell wird damit gerechnet, dass die Affen im Jahr 2022 umziehen können.

Die engen Gehege widersprechen laut dem "Great Ape Project" dem Gesetz.
Die engen Gehege widersprechen laut dem "Great Ape Project" dem Gesetz.  © Eric Münch
Das Orang-Utan-Haus wurde 1985 erbaut, ist nun ein Fall für die Justiz.
Das Orang-Utan-Haus wurde 1985 erbaut, ist nun ein Fall für die Justiz.  © Eric Münch
Ob Orang Utan Dalai dem Gesetz gemäß gehalten wird, prüft derzeit die Staatsanwaltschaft.
Ob Orang Utan Dalai dem Gesetz gemäß gehalten wird, prüft derzeit die Staatsanwaltschaft.  © Thomas Türpe
CDU-Fraktionschef Jan Donhauser (49) ärgert sich über die Klage.
CDU-Fraktionschef Jan Donhauser (49) ärgert sich über die Klage.  © Steffen Füssel
Besuchertechnisch läuft's besser: Ramona Rambach (58, mit Enkelin Emma) war die 500 000. Besucherin im Jahr.
Besuchertechnisch läuft's besser: Ramona Rambach (58, mit Enkelin Emma) war die 500 000. Besucherin im Jahr.  © Eric Münch

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