Kein Leben mit Brian! AfD-Abgeordneter Jens Maier fliegt aus Kino

Dresden - Ein Eklat mit Ansage: Ausgerechnet zur Weihnachtsfeier des linken Jugendvereins "Roter Baum" erschien AfD-Rechtsaußen Jens Maier (56), flog dafür prompt wieder vor die Tür. Noch am selben Tag beschwert er sich bitter darüber auf seiner Facebookseite.

Der Bundestagsabgeordnete Jens Maier (56, AfD) flog am Heiligen Abend aus dem Kino.
Der Bundestagsabgeordnete Jens Maier (56, AfD) flog am Heiligen Abend aus dem Kino.  © DPA

Seit über zehn Jahren ist es beim linken "Roten Baum" Tradition: Am Morgen des 24. Dezember wird zur Kinovorführung in die Schauburg geladen.

Gezeigt wird der Monty Python-Klassiker "Das Leben des Brian", eine Satire auf das Christentum, die nach seiner Veröffentlichung 1979 zu massiven Protesten christlicher, aber auch jüdischer Vereinigungen führte.

Verwunderlich: Diesmal saß auch Jens Maier im Publikum. Eben jener AfD-Bundestagsabgeordnete, der schon bei PEGIDA, den selbsternannten Verteidigern des christlich-jüdischen Abendlandes, auf der Bühne stand.

Auch dem Veranstalter blieb Maier nicht verborgen: "Wir haben das Publikum darauf hingewiesen, dass Jens Maier im Publikum sitzt", sagt Projektmitarbeiter Alexander Bernstein (41). "Es regte sich Unmut, da haben wir entschieden unser Hausrecht wahrzunehmen und ihn der Veranstaltung zu verweisen."

Für Maier eine Steilvorlage: "Hier zeigte sich in aller Deutlichkeit, wie ,tolerant' die angeblich Toleranten sind die sich ihrer Behauptung nach für eine weltoffene Gesellschaft ohne Ausgrenzung einsetzen", schrieb er auf seiner Facebook-Präsenz. Als ein Journalist der "Sächsischen Zeitung" im Januar 2017 bei einem Parteitag der AfD rausgeworfen wurde, war von dieser Toleranz bei Maier noch nichts zu lesen.

Der Rote Baum will die Vorwürfe so nicht stehen lassen: "Jeder kann zu unseren Veranstaltungen kommen", sagt Bernstein. "Es finden keine Gesinnungskontrollen statt. Aber wenn jemand das Gegenteil unserer Werte vertritt, nehmen wir uns das Recht heraus, ihn von unseren Veranstaltungen auszuschließen, und Rassismus akzeptieren wir nicht."

Die Schauburg steht seit dem Maier-Post im Shitstorm, dabei sollen auch bereits Drohmails in dem Kino angekommen sein.

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