AfD-Teilnehmer griff Demonstranten mit Pfefferspray an: 6 Monate Haft!

Dresden - Eskalation auf einer Trauerkundgebung.

Andreas P. (66) zog das Pfefferspray auf einer Trauerkundgebung.
Andreas P. (66) zog das Pfefferspray auf einer Trauerkundgebung.  © Steffen Füssel

Als die AfD am 13. Februar 2018 auf dem Altmarkt der Opfer des Bombenangriffs gedachte, sprühte Teilnehmer Andreas P. (66) mit Pfefferspray.

Er traf zwei Polizisten und fand sich am Donnerstag auf der Anklagebank wieder.

"Entschuldigung, mir brannten die Sicherungen durch. Aber ich als alter Dresdner bin bei dem Thema 13. Februar sensibel", erklärte der peinlich berührte Angeklagte.

Er habe sich so über die Störer aufgeregt. Seinerzeit stürmten etwa zehn Gegendemonstranten lautstark die Kundgebung, waren aber von der Polizei sofort eingekesselt worden. Ein Polizist: "Ich bat die AfD-Teilnehmer, auch den Angeklagten, Abstand zu halten."

Doch Andreas P. ging auf den Kessel zu, sprühte Reizgas. Die Wolke traf zwei Polizisten. "Ich entschuldige mich in aller Form", so der Angeklagte, der auch anmerkte: "Mehr Ordnung und Sicherheit würde uns allen guttun."

Der Richter konterte: "Genau deshalb ist das Gesetz erst kürzlich verschärft worden. Um gegen Leute wie Sie vorzugehen. Sie haben billigend in Kauf genommen, Menschen zu verletzen." Urteil: sechs Monate Haft. Ausgesetzt auf Bewährung.

Auf der Gedenkveranstaltung der AfD im Februar umstellte die Polizei Gegendemonstranten, die eine Sitzblockade veranstalteten.
Auf der Gedenkveranstaltung der AfD im Februar umstellte die Polizei Gegendemonstranten, die eine Sitzblockade veranstalteten.  © Eric Hofmann

Titelfoto: Steffen Füssel

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