So erbeutete diese Schmuckhändlerin fast 40.000 Euro





In dieser Filiale von Christ agierte fast 20 Monate eine Betrügerin
In dieser Filiale von Christ agierte fast 20 Monate eine Betrügerin  © Ove Landgraf

Dresden - Unfassbar! Über ein Jahr bediente sich Verkäuferin Samantha W. (24) aus der Kasse bei „Christ“ in der Altmarkt-Galerie. Als der Schwindel endlich aufflog, hatte die Schmuck-Händlerin bereits 38.308,20 Euro eingesackt. Am Freitag saß sie vorm Amtsrichter!

Samantha hatte bei „Christ“ gelernt, wurde übernommen. „Ich durfte in Dresden arbeiten. Es war die Chance für mich“, so die bisher unbescholtene Frau, die gegen den Willen ihrer Eltern in die Landeshauptstadt zog. „Es war aber nicht einfach, alles allein zu stemmen.“ 

Aus Stress und Kummer ging sie ins Casino. Das Geld dafür besorgte sie sich mit einem Trick in der Schmuck-Filiale:

Sie fingierte Rücknahmen. Angeblich hätten Kunden Schmuck oder Uhren zurückgebracht, bekamen dafür Gutscheine von Samantha. Später buchte sie die Teile erneut als verkauft, diesmal reduziert, weil ja schon gebraucht. 





Schmuck-Händlerin Samantha W. (24, rechts) mit ihrer Anwältin Daniella 
Prescher im Gericht.
Schmuck-Händlerin Samantha W. (24, rechts) mit ihrer Anwältin Daniella Prescher im Gericht.  © Ove Landgraf

Die Differenz zwischen neuem Kaufpreis und Gutschein buchte Samantha als „an den Kunden ausgezahlt“. 

In Wahrheit landete das Geld bei ihr. Diese Betrugsnummer zog sie in 19 Monaten insgesamt 211 Mal durch!

Auch Amtsrichter Thomas Hassel (53) konstatierte: „Die Taten sind ein dicker Hund. Aber es ist geradezu spektakulär, wie eine einzige Mitarbeiterin unbemerkt über so einen langen Zeitraum so agieren kann, ohne dass die Firma was merkt!“

Der Schwindel flog erst im März auf, als es eine echte Rabatt-Aktion bei „Christ“ gab. Da fielen die häufigen Gutscheine von Samantha im Kassenbuch auf.

„Ein Spielkasino betrat ich seither nie mehr. Ich unterschrieb sofort ein Schuldanerkenntnis, mein Vertrag wurde gekündigt. Ich habe jetzt einen Job in einem Hotel“, so Samantha.

Urteil: Zwei Jahre Haft auf Bewährung und 100 Stunden gemeinnützige Arbeit.


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