Ex-Türsteher als Doping-Dealer vor Gericht

Dresden - Kann er seinen Kopf aus der Schlinge ziehen? Der Zoll fand bei dem Angeklagten haufenweise Dopingmittel. Insgesamt 3000 Mal mehr als erlaubt.

Der Angeklagte kooperierte vor Gericht, hofft nun auf eine mildere Strafe.
Der Angeklagte kooperierte vor Gericht, hofft nun auf eine mildere Strafe.

Der Prozess gegen den Mann am Amtsgericht Dresden wurde aber vorerst ausgesetzt. Denn er verriet seinen Hintermann! Nun ermittelt der Zoll neu. Wegen "Aufklärungshilfe" könnte er straffrei davon kommen.

Im August fing der Zoll ein Paket an den Angeklagten ab: Darin waren Testosteron, Nandrolon und Trenbolon. Grundprodukte zum Herstellen von Dopingmittel. Die Fahnder durchsuchten seine Dresdner Wohnung, fanden 60 gebrauchsfähige Doping-Ampullen, über 300 Pillen und Kapseln Aufputschmittel.

"Ich nahm selber Testosteron", so der Angeklagte. "Ich bekam es vom Zulieferer günstig. Als Gegenleistung sollte ich seinen Vertrieb übernehmen. Gefallen hat mir das nicht, aber da kam schon das erste Paket. Das schickte ich an ihn weiter. Die fertigen Ampullen bekam ich dann zurück, um sie auszuliefern."

Das zweite Paket mit Rohstoffen fing der Zoll ab. "Dass mit meinen Namen ein zweites Paket bestellt wurde, wusste ich nicht", so derAngeklagte, der dem Richter sämtliche Daten seines Zulieferers anvertraute. Er selber habe alldem abgeschlossen, zog weg, brach alle Kontakte ab.

Sofort beauftragte der Richter Nachermittlungen, setzte das Verfahren gegen den Mann aus. Sollten die Angaben stimmen, dürfte er wegen "massiver Aufklärungshilfe" kaum bestraft werden.

Solche Ampullen mit Doping-Mittel stellte der Zoll bei dem Ex-Türsteher sicher.
Solche Ampullen mit Doping-Mittel stellte der Zoll bei dem Ex-Türsteher sicher.  © dpa /Lino Mirgeler

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