Knast statt Kloster: Esoteriker macht 11.000 Euro Schulden

Benjamin B. (33) wurde vom Amtsgericht Dresden wegen Betruges verurteilt.
Benjamin B. (33) wurde vom Amtsgericht Dresden wegen Betruges verurteilt.

Von Steffi Suhr

Dresden - Sein Ziel hat er klar vor Augen: „Nach dem Theologiestudium gehe ich ins Kloster“, sagt Benjamin B. (33) entschlossen. Vorerst wird er aber nicht hinter Kloster- sondern hinter Knastmauern leben: Der Allgäuer wurde vom Amtsgericht Dresden wegen Betruges zu drei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt.

Kreuze, Psalmensammlung, Bibeln, Amulette, Bachblüten-Sets, Aloe-Vera-Gel, Gesundheits-Tees, zahlreiche Bücher über Edelsteine oder das Leben des Franziskus - alles, was mit gesundem und gläubigen Leben zu tun hat, bestellte Benjamin B. haufenweise im Netz.

Allerdings meist unter dem Namen seines Lebensgefährten bei dem er in Dresden wohnte, und immer ohne zu bezahlen.

Alles, was mit gesundem und gläubigen Leben zu tun hat, bestellte der Angeklagte haufenweise im Netz.
Alles, was mit gesundem und gläubigen Leben zu tun hat, bestellte der Angeklagte haufenweise im Netz.

Die Anklage listete 41 Fälle auf. Schaden: Über 11.000 Euro.

„Die Vorwürfe stimmen alle“, gestand Benjamin B. „Aber das war Ausdruck meiner Krankheit. Ich bin manisch depressiv.“ Tatsächlich bescheinigte ihm ein bayrischer Gutachter eine Persönlichkeitsstörung, die in Verbindung mit dem übermäßigen Alkoholkonsum bei Benjamin B. zu verminderter Schuldfähigkeit führte.

Allerdings ist Benjamin B. sechsfach einschlägig vorbestraft, stand unter Bewährung.

So arbeitete der gelernte Heilpraktiker und derzeitige Theologiestudent schon als Gärtner in der Erzabtei St. Ottilien und war Schüler in der katholischen Privatschule St. Josef Fockenfeld in der Oberpfalz. Sogar dorthin ließ er sich schon Dinge wie Kreuze, Engelsfiguren, japanisches Teegeschirr oder Anleitungen für Predigten liefern - ohne jemals zu bezahlen...

Der Amtsrichter bildete gestern eine neue Gesamtstrafe von drei Jahren und sieben Monaten und schickte den Theologiestudenten hinter Gitter.

Fotos: PR, Ove Landgraf


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