Er saß bereits sein halbes Leben hinter Gittern! Falscher Pfarrer muss erneut in Haft

Dresden - Er ver­brach­te schon mehr als 25 Jah­re in Haft. Jetzt kom­men 32 Mo­na­te Knast dazu. Stef­fen T. (51) mie­te­te sich in Ho­tels und Pen­sio­nen als an­geb­li­cher Pfar­rer aus dem schwei­ze­ri­schen Biel ein. Doch der an­geb­li­che Got­tes­mann zahl­te nie. Nun wur­de er mal wie­der vom Amts­ge­richt ver­ur­teilt.

Der falsche Pfarrer Steffen T. (51) muss mal wieder in den Knast
Der falsche Pfarrer Steffen T. (51) muss mal wieder in den Knast  © Steffen Schultze

Nur fünf Tage nach sei­ner letz­ten Ent­las­sung nahm sich Stef­fen T. ein Pen­si­ons­zim­mer in Dres­den.

"Na ja, die Woh­nung, die mir nach der Haft zu­ge­wie­sen wur­de, war nicht mö­bliert", so der ge­stän­di­ge Wie­der­ho­lungs­tä­ter. "Aber ich gab mich nie als Wür­den­trä­ger aus. Höchs­tens als pas­to­ra­ler Re­fe­rent."

Über­haupt war der re­de­ge­wand­te Stef­fen T. we­der um Aus­re­den noch um Er­klä­run­gen ver­le­gen.

Ver­dat­tert stumm blieb er nur, als die Gut­ach­te­rin ihm an­trai­nier­tes, krank­haf­tes Lü­gen, so­ge­nann­te Pseu­do­lo­gia Phan­ta­sti­ca, at­tes­tier­te.

Ein Um­stand, der zwar auf eine nar­ziss­ti­sche Per­sön­lich­keit hin­wei­sen wür­de, aber auf kei­nen Fall ver­min­der­te Schuld­fä­hig­keit be­deu­te.

So ver­ur­teil­te der Rich­ter Stef­fen T. zu er­neu­ter Haft und re­sü­mier­te: „Sie kom­men ja nicht mal auf die Idee, sich schul­dig zu füh­len.“

Ob es wirk­lich das letz­te Ur­teil die­ser Art für den fal­schen Pfar­rer war, bleibt of­fen. Denn auch Staats­an­wäl­te in Leip­zig, Bonn, Frank­furt und Ber­lin er­mit­teln ge­gen ihn - we­gen ähn­li­cher Vor­fäl­le.

Das Urteil fiel vor dem Dresdner Amtsgericht.
Das Urteil fiel vor dem Dresdner Amtsgericht.  © Steffen Schultze

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