Hoher Schaden, wenig Beute: Jetzt knallt's für den Automatensprenger vor Gericht

Dresden - Fast 100.000 Euro Schaden angerichtet, nur knapp 600 Euro erbeutet und nun eine Haftstrafe vor Augen. Wirklich gelohnt hat sich die Böllerei für Michael W. (36) nicht. Er sprengte laut Anklage mit Kumpels fünf Automaten der Deutschen Bahn. Jetzt ist Prozess am Amtsgericht Dresden.

Michael W. (36) ist wegen der Böller-Attacken in U-Haft.
Michael W. (36) ist wegen der Böller-Attacken in U-Haft.  © Peter Schulze

So schlug der ungelernte Gerüstbauer mit seinem Kumpel im Dezember 2018 in einer Nacht gleich zweimal zu: Erst krachte es in Riesa am Bahnhof, eine Stunde später in Nünchritz.

Pech für die Täter: Die erbeuteten Geldkassetten aus Riesa deponierten sie im Fluchtfahrzeug, einem T4, den sie am Tatort Nünchritz abstellten. Nach dem Knall dort war sofort Polizei da, die Täter mussten fliehen - ohne Beute und ohne Auto ...

Der Automat am Haltepunkt Großsedlitz wurde im März 2019 gesprengt (TAG24 berichtete). "Wir haben die Geldkassette in einer Garage geöffnet. Für jeden von uns gab es gut 600 Euro", so Michael, der die Taten unter laufender Bewährung beging.

Als er und sein Kumpel in Freital-Hainsberg im April zuschlugen, stritten sich die Männer, Michael zog wütend und ohne Beute ab. Die Anklage wirft im auch vor, im Oktober 2018 den Automaten in Reick gesprengt zu haben. "Das war ich nicht. Da war meine kleine Tochter bei mir. Da konnte ich nicht weg", bestritt Michael.

Seit die mutmaßlichen Täter ermittelt wurden, wurden die Böllerangriffe laut Staatsanwalt weniger. "Zahlreiche Geldkassetten wurden aus der Kiesgrube in Zschieren geborgen, lassen sich aber kaum noch zuordnen", so der Jurist. Die Prozesse gegen die anderen mutmaßlichen Böller-Täter stehen noch aus. Das Urteil gegen Michael W. soll kommende Woche fallen.

Der Automat am Haltepunkt Heidenau-Großsedlitz wurde im März mit Böllern gesprengt. Allein hier betrug der Schaden am Gerät 15 .000 Euro.
Der Automat am Haltepunkt Heidenau-Großsedlitz wurde im März mit Böllern gesprengt. Allein hier betrug der Schaden am Gerät 15 .000 Euro.  © Marko Förster

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