60.000 Tabletten hinter der Schlafkabine: Pillen-Schmuggler wurde im Knast Opa

Dresden - Er tat ei­nem Kum­pel ei­nen Ge­fal­len und lan­de­te vor der Amts­rich­te­rin. Der Ser­bo-Kroa­te Nen­ad J. (60) trans­por­tier­te im Las­ter fast 60.000 Ta­blet­ten, die un­ters Be­täu­bungs­mit­tel­ge­setz fal­len. Bei ei­ner Kon­trol­le fie­len die Pil­len der Po­li­zei auf.

Nenad J. (60) wurde in Handschellen in den Gerichtssaal geführt.
Nenad J. (60) wurde in Handschellen in den Gerichtssaal geführt.  © ronaldbonss.com

Nen­ad J. war mit ei­nem Brum­mi vol­ler Re­ga­le auf dem Weg nach Großbri­tan­ni­en. Auf der A17 bei Bad Gott­leu­ba ge­riet er in eine Rou­ti­ne­kon­trol­le. La­dung und Pa­pie­re wa­ren an­stands­los.

Aber: Hin­ter der Ver­klei­dung in der Schlaf­ka­bi­ne ent­deck­ten die Fahn­der 30.270 Ksa­lol-Ta­blet­ten und 29.340 Stück Ben­se­din.

Bei­de fal­len un­ter die Ben­zo­dia­ze­pi­ne, Me­di­ka­men­te, die in Deutsch­land un­ters Be­täu­bungs­mit­tel­ge­setz fal­len.

"Ich dach­te, ich schmugg­le Ta­blet­ten. Dass es sich um Dro­gen han­delt, wuss­te ich nicht", be­teu­er­te der Fah­rer, der zu­gab, die Pil­len in Bel­grad von ei­nem Freund über­nom­men zu ha­ben. "Ich soll­te sie nach Lon­don brin­gen, da­für 100 Euro be­kom­men."

Auch Po­li­zei und Zoll glaub­ten an­fangs an Me­di­ka­men­ten-Schmug­gel: Sie kas­sier­ten die Pil­len ein, schrie­ben eine An­zei­ge und lie­ßen Nen­ad wei­ter­fah­ren.

Erst die spä­te­re Un­ter­su­chung er­gab, dass es sich um Be­täu­bungs­mit­tel han­delt. Prompt wur­de der Kraft­fah­rer in Haft ge­nom­men, als er mal wie­der im Bun­des­ge­biet un­ter­wegs war. "Ich bin letz­te Wo­che Opa ge­wor­den. Ich weiß nicht ein­mal, wie mein En­kel­kind aus­sieht", so der bis­her un­be­schol­te­ne An­ge­klag­te.

Die Rich­te­rin ver­don­ner­te ihn zu zwei Jah­ren Haft, setz­te die­se Stra­fe aber zur Be­wäh­rung aus und ent­ließ den Mann aus der U-Haft.

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0