700 Kilometer ohne Wasser und Essen: Flüchtlinge in Transporter geschleust

Dresden - Es ist unfassbar: 26 Menschen zwängten sich im Sommer 2018 auf der Ladefläche eines Citroën Jumpy. Die Vietnamesen (17 bis 51 Jahre) wurden von der Slowakei nach Deutschland geschleust. Auf der A 17 wurde der Transporter gestoppt.

So fand die Bundespolizei die Schleuseropfer auf der Ladefläche: Eingepfercht, hungig, durstig.
So fand die Bundespolizei die Schleuseropfer auf der Ladefläche: Eingepfercht, hungig, durstig.  © Polizei

Fahrer David R. (22) bekam nun vom Amtsrichter in Pirna die Quittung: drei Jahre Haft wegen Einschleusens von Ausländern.

Nach Berechnungen von Experten hatte jede Person eine Fläche von 38 mal 38 Zentimeter zur Verfügung.

Aber der Slowake will von alldem nichts gewusst haben. "Ich sollte Leute zur Arbeit fahren", so der Drogenabhängige.

"Als ich den Transporter übernahm, müssen die schon drin gewesen sein. Das Ziel war im Navi eingegeben. Die Stecke war etwa 700 Kilometer lang. Ich sollte dafür 2000 Dollar bekommen."

Dass der Wagen mit knapp 800 Kilo überladen war, will er auch nicht bemerkt haben.

"Als ich die Leute im Laderaum entdeckte, musste ich erst mal Drogen nehmen", so David, der Wasser an die zusammengepferchten Menschen gegeben haben will.

Die Zeugen aber erklärten, es gab weder Wasser noch Essen noch Toilettenpausen. Der Richter schickte den Schleuser hinter Gitter.

David R. (22) hatte 26 Vietnamesen an Bord des Kleintransporters.
David R. (22) hatte 26 Vietnamesen an Bord des Kleintransporters.  © Holm Helis

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