Staatsanwalt sicher: Messermann vom "Puro Beach" verkloppte auch seine Verlobte

Dresden - Bei Mazen A. (29) ist die Zündschnur besonders kurz. "Ich hab mich einfach nicht unter Kontrolle", sagte er Donnerstag vor dem Dresdner Amtsgericht.

"Er rastet bei jeder Kleinigkeit aus", sagte die Verlobte (18) des Angeklagten. Deshalb wurden Mazen R. (29) vor der gestrigen Verhandlung Fußfesseln angelegt.
"Er rastet bei jeder Kleinigkeit aus", sagte die Verlobte (18) des Angeklagten. Deshalb wurden Mazen R. (29) vor der gestrigen Verhandlung Fußfesseln angelegt.  © Ove Landgraf

Das bekam ein Security-Mitarbeiter (36) des Szene-Clubs "Puro Beach" zu spüren. Den soll der Libanese mit einem Cutter-Messer attackiert haben, nachdem der einer jungen Frau (20) Pfefferspray ins Gesicht gesprüht hatte.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann aus Tripoli außerdem vor, seine Verlobte Jennifer R. (18) nach einem Besuch in einer Shisha-Bar verdroschen zu haben. Das bestätigten drei Zeuginnen, die mit in seiner Wohnung waren.

Als ein Nachbar wegen des Lärms klingelte, soll Mazen A. zum Küchenmesser gegriffen, ihm eine Schnittwunde an der Hand verpasst haben. Auch die herbeigerufenen Polizisten griff er wohl an, beschimpfte sie als Nazis.

Der Libanese, der seit November 2015 in Deutschland lebt, kann sich an den Vorfall angeblich nicht erinnern. Er wisse auch nicht, warum er vor Gericht steht. "Ich habe gar nix getan." Dem pflichtete seine elf Jahre jüngere Verlobte im Zeugenstand bei: "Die erste Backpfeife war schon kräftig, aber sonst ..."

Seither sitzt Mazen A. in U-Haft, rastet dort auch regelmäßig aus. Seine Ausbrüche richten sich im Knast aber hauptsächlich gegen sich selbst. Mehrmals musste der Notarzt anrücken, etwa weil er sich seinen Kopf an der Wand blutig geschlagen hatte. Der Prozess geht kommende Woche weiter.

Titelfoto: Ove Landgraf


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