Vorsicht Blitzeinschlag: Nicht alle Häuser sind gesichert

In den letzten Nächten schlugen wieder hunderte Blitze in Sachsen ein.
In den letzten Nächten schlugen wieder hunderte Blitze in Sachsen ein.  © Bernd März

Dresden - Die heftigen Unwetter über dem Freistaat: Gleich zwei Hausdächer in Bannewitz bei Dresden und Lauta nahe Hoyerswerda fingen nach Blitzeinschlägen Feuer.

Bieten Blitzableiter keinen Schutz? Potz Blitz! Bis 30.000 Grad sind die grellen Naturgewalten heiß. 27.251 Blitze schlugen im Freistaat 2016 ein - der vierthöchste Wert aller Bundesländer.

Aber: „Private Wohngebäude müssen laut sächsischer Bauordnung keinen Blitzschutz haben“, sagt Andreas Aust (56), Dresdner Sachverständiger für Elektrotechnik.

„Vorgeschrieben ist er überall dort, wo viele Menschen zusammen sind.“ Heißt: Etwa in Hochhäusern, Kinos, Rathäusern.

Schlägt ein Blitz in ein Haus ohne Blitzableiter ein, bricht fast immer Feuer aus: Die extreme Energie schießt durch metallische Leitungen, lässt diese schmelzen, Kabel verdampfen.

Als Sachverständiger auch für die Handwerkskammer Dresden tätig: 
Elektrotechnik-Experte Andreas Aust (56).
Als Sachverständiger auch für die Handwerkskammer Dresden tätig: Elektrotechnik-Experte Andreas Aust (56).

Wer im Haus etwa ein Treppengeländer anfasst, erleidet einen Stromschlag.

Ein Haus mit Blitzableiter ist recht sicher: Dieser leitet den Starkstrom über Ableitungen zur Erdungsanlage.

Ein Teil der Energie landet dennoch in den Stromleitungen des Hauses. Darum kommt es zu Überspannungsschäden.

Die können sogar Haushalte im gleichen Stromnetz im Umkreis von bis zu zwei Kilometern treffen! Brände trotz Blitzschutz sind selten, meist wurde dann die Anlage falsch installiert.

Übrigens: Ein Blitz schlägt keinesfalls stets im höchsten Gebäude ein!

Stattdessen gibt es einen Radius von 40 bis 120 Metern (je nach Blitzstärke), in welchem der Blitz willkürlich einschlägt.

Titelfoto: Bernd März


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