Angeklagter packt aus! Die Horrorpläne der Gruppe Freital

Der Angeklagte berichtete von bisher
unbekannten Anschlagsplänen, etwa auf
das Oktoberfestzelt in Dresden.
Der Angeklagte berichtete von bisher unbekannten Anschlagsplänen, etwa auf das Oktoberfestzelt in Dresden.  © Eric Münch

Dresden - Im Terrorprozess gegen die rechtsextreme „Gruppe Freital“ hat der jüngste Angeklagte, Justin S. (19), weiter ausgepackt: Demnach war ein Anschlag auf das Oktoberfestzelt geplant, das als Asylunterkunft genutzt werden sollte. Auch über Mord wurde diskutiert.

Erneut stellte Justin S. Timo S. (28) und Patrick F. (25) als Gruppenchefs dar. Mit einem Freitaler NPD-Politiker seien beide nach Dresden gefahren, um das Oktoberfestzelt auszuspähen, das als Asyl-Erstaufnahme genutzt werden sollte - „damit man da eventuell einen Anschlag verüben kann.“ Er selbst habe deren Handys verwahrt, um keine GPS-Spuren zu hinterlassen.

Offensichtlich wurde auch über die Ermordung eines Zeugen diskutiert. Der hatte Timo S. im Zusammenhang mit dem Überfall auf ein Auto mit Flüchtlingshelfern belastet.

Im Auto saß auch der Sohn von Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (43, SPD). Timo S. habe die Aussage des Mannes in der Gruppe weitergereicht.

„Ich habe bloß erfahren, dass der verschwinden soll.“ Auf Nachfrage, was er darunter verstanden habe, sagte Justin S.: „Ihn umbringen.“

Timo S. habe auch einen Angriff auf das Polizeirevier Freital geplant, so Justin S. Nach dessen Vorstellung hätte zuvor ein Polizeiauto gestoppt, die „Beamten kampfunfähig“ gemacht und eine Waffe aus dem Kofferraum geklaut werden sollen. Der Plan sei aber nicht weiterverfolgt worden.

Justin S. (19) ist bisher der
einzige Angeklagte, der sich
vor Gericht zu den Vorwürfen
äußerte.
Justin S. (19) ist bisher der einzige Angeklagte, der sich vor Gericht zu den Vorwürfen äußerte.  © dpa/Sebastian Kahnert

Titelfoto: dpa/Sebastian Kahnert


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