Angelsachsen werden Sachsen: Die Briten kommen wegen Brexit nach Dresden

Jährlich findet im Landtag ein Einbürgerungsfest statt.
Jährlich findet im Landtag ein Einbürgerungsfest statt.  © DPA

Dresden - Die Zahl der in Dresden vollzogenen Einbürgerungen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Ein bisher vermuteter Grund lässt sich jetzt statistisch belegen: Immer mehr Briten wollen aus Furcht vor dem Brexit Deutsche werden.

Die Fakten: In Dresden leben momentan 343 Briten, 27 davon Kinder. Gab es in den Jahren 2005 bis 2015 meist gar keine, maximal zwei Anträge auf Einbürgerung, waren es 2016 acht und 2017 neun Anträge. 15 Anträge sind in den letzen beiden Jahren bewilligt worden, drei befinden sich aktuell in Bearbeitung.

Einer davon ist der Antrag von Laura Park (59). Die Britin lebt seit 25 Jahren in Dresden, ist mit einem Deutschen verheiratet. "Ich bin in Sorge vor dem Brexit, ich will kein Visum brauchen, um bei meiner Familie zu sein."

Daher büffelt sie an der Volkshochschule für anstehende Tests, hat ihren Antrag im April 2017 abgegeben. "Von den VHS-Kursen her weiß ich, dass momentan ungewöhnlich viele Briten teilnehmen", so Frau Parks.

Das bestätigt die Stadt. "Die Einbürgerungsbehörde Dresden stellte bereits vor der Brexit-Entscheidung einen erhöhten Beratungsbedarf bei britischen Staatsangehörigen fest", so Stadtsprecher Karl Schuricht. Weit über 40 Beratungen erfolgten. Die Verwaltung rechnet mit weiteren Anträgen.

Übrigens steigt auch die Zahl der Einbürgerungen insgesamt - von 283 im Jahr 2012 auf 361 Ende November 2017.

Will Deutsche werden: Britin Laura Park.
Will Deutsche werden: Britin Laura Park.  © Norbert Neumann
Der Beratungsbedarf zur Einbürgerung steigt, vor allem bei Briten.
Der Beratungsbedarf zur Einbürgerung steigt, vor allem bei Briten.  © Ove Landgraf

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0