Auto angezündet! Jetzt schlägt Patzelt zurück

Das Auto vom Dresdner Professor Werner Patzelt wurde angezündet. Jetzt äußerte er sich dazu auf Facebook.
Das Auto vom Dresdner Professor Werner Patzelt wurde angezündet. Jetzt äußerte er sich dazu auf Facebook.  © Robert Michael

Dresden - In der Nacht zum Dienstag hatten Unbekannte in Dresden-Striesen das Auto von Politikprofessor Werner Patzelt (63) gezielt angezündet, der Wagen brannte komplett aus (TAG24 berichtete). Doch einschüchtern lässt sich der 63-Jährige davon nicht.

Am Dienstagabend äußerte sich der Lehrstuhlinhaber „Politische Systeme“ an der Technischen Universität Dresden auf Facebook:

"Sehr hoffe ich, dass niemand auf den Gedanken gekommen ist, mir hätte es die Sprache verschlagen, nur weil da jemand in Dresden meinen Wagen angezündet hat", stellt er gleich zu Beginn klar.

Der Professor war beruflich in Tunis unterwegs und wurde von seiner Frau informiert. Seiner Meinung nach geht der Anschlag auf die Rechnung des linksradikalen Spektrums.

Patzelt während einer Pressekonferenz in Dresden zur Buchvorstellung "Pegida. Warnsignale aus Dresden".
Patzelt während einer Pressekonferenz in Dresden zur Buchvorstellung "Pegida. Warnsignale aus Dresden".  © DPA

Vorab wurde dem Dresdner auf Indymedia gedroht. Man kritisierte ihn dort, dass er zu verständnisvoll gegenüber den PEGIDA-Demonstranten wäre.

Doch Patzelt sieht sich nicht als "PEGIDA-Versteher", auch verharmlose er keine Rechtsextremen: "Das ist (...) nachweislich falsch und wird auch dadurch nicht richtiger, dass teils schlecht informierte, teils böswillige Leute das gerne wiederholen."

Er betont, er hätte PEGIDA von Anfang an nicht „falsch interpretiert“, sondern darauf verwiesen, "dass es sich bei den PEGIDA-Gängern nicht einfach um eine lokale Ansammlung von Faschisten und Rassisten handele, die man leicht verscheuchen könne."

Vielmehr sah er in der Bewegung "die Spitze eines ganzen Eisbergs von Empörung über unsere Politiker und über unser politisches System sichtbar wird".

So, wie sich die Situation seitdem entwickelt hat, fühlt er sich in seiner Sichtweise bestätigt. Immer hin gab es seit dem: "...deutliche Kursveränderungen unserer Regierung, Aufstieg der AfD, nunmehr veränderte PEGIDA-Deutungen von Journalisten sowie wissenschaftlichen Ferndiagnostikern."

Patzelt findet es zwar richtig, dass seine "Stimme durchaus über das Elbtal hinaus gehört wird", doch fühlt er sich für den "Rechtsruck der politischen Mitte in Deutschland“ trotzdem nicht verantwortlich.

Abschließend ruft er seine Leser auf: "Es wird also Zeit zu bemerken, was wirklich unsere liberale Gesellschaft gefährdet …"


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