Architekt will aus Sachsenbad wieder Schwimmbad machen

Dresden - Drei Bieter gibt es für das Sachsenbad, aber nur einer will es als Schwimmbad wiederbeleben: Die Pläne der Gingko Projektentwicklung Dresden sehen die Sanierung des Gebäudes und eine Neueröffnung als öffentliches Bad vor.

Der Streit ums Sachsenbad dauert schon Jahre an. Die Stadt will das Gebäude am liebsten verkaufen.
Der Streit ums Sachsenbad dauert schon Jahre an. Die Stadt will das Gebäude am liebsten verkaufen.  © Norbert Neumann

"Das Sachsenbad soll in seiner ursprünglichen Funktion erhalten bleiben und saniert werden", sagt Architektin Stephanie Vogel (45). "Wir sind überzeugt davon, dass unsere Projektidee den richtigen Ansatz für das Sachsenbad verfolgt und für die Bewohner, die Stadt Dresden und auch für uns als Unternehmen gleichermaßen Vorteile bringt." Das finanzielle Risiko bliebe bei der Gingko.

Vogel und Geschäftsführer Tankred Lenz (57) stellen sich eine Mischnutzung als öffentlich genutztes Schwimmbad mit Praxis- und Therapieräumen vor. Schulschwimmen, Aquafitness und Rehasport soll so möglich sein. "Die Stadt muß aber, aufgrund der ansonsten günstig angebotenen Schwimmmöglichkeiten im Stadtgebiet, Pächterin der Wasserflächen werden um erschwingliche Eintrittsgelder zu gewährleisten", sagt Lenz.

Für ihn ist es eine wichtige Aufgabe der Stadt, das Angebot an Lehrschwimmflächen in der Nähe der Schulen zu ermöglichen. Privates Kapital könne dabei helfen kostengünstige Lösungen anzubieten.

"Sicherlich wird die Sanierung des Sachsenbades eine Herausforderung, aber nach unserer Ansicht keine unlösbare Aufgabe sein."

Das denkmalgeschützte Bad ist bereits seit 1994 geschlossen und dem Verfall preisgegeben.
Das denkmalgeschützte Bad ist bereits seit 1994 geschlossen und dem Verfall preisgegeben.  © Thomas Türpe

Die Gingko plane mit einer Investitionssumme im unteren zweistelligen Millionenbereich. Eine genaue Prognose zum Bauzeitraum könne man zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht abgeben. Zwei bis drei Jahre für Planung und Bau seien aber realistisch.

"Ein funktionierendes Sachsenbad würde auch für die umliegenden Wohngebiete und den ansässigen Handel eine positive Impulswirkung haben", sagt Lenz. "Bei der durch unsere Firma durchgeführten Sanierungsmaßnahme 'Westbad Leipzig' ist genau dies eingetreten."

Derzeit prüft die Stadt Dresden drei verschiedene Angebote für das Sachsenbad. Für rund 900.000 Euro oder für 63.000 Euro pro Jahr im Erbbaurecht hatte man das Sachsenbad unter anderem auf der Expo Real in München angeboten.

Bis zum Herbst sollen die Konzepte der Bieter nun geprüft werden. Ziel ist, dass der Stadtrat noch in diesem Jahr eine Entscheidung treffen soll.

Die Gingko ist das einzige Unternehmen, dass das Sachsenbad als öffentliches Bad reaktivieren will, setzt dabei aber auch als einziges Konzept auf Zuschüsse der Stadt. Die beiden anderen Konzepte sehen unter anderem eine Spa- beziehunsweise Saunalandschaft vor.

Das Sachsenbad in Dresden-Pieschen um 1927/1928.
Das Sachsenbad in Dresden-Pieschen um 1927/1928.  © Deutsche Fotothek/Paul Wolf

Titelfoto: Norbert Neumann, Thomas Türpe

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