So kommentiert Anja Reschke von der ARD PEGIDAs "Absaufen"-Rufe

Dresden - Auf einer PEGIDA-Kundgebung Ende Juni in Dresden hatten die Teilnehmer "Absaufen! Absaufen!" gerufen. Es ging in der Rede über das Rettungsschiff der Hilfsorganisation "Mission Lifeline".

ARD-Journalistin Anja Reschke (45).
ARD-Journalistin Anja Reschke (45).  © ARD/facebook/panorama

Gründungsmitlied Siegfried Däbritz sagte am 25. Juni:

"Ihr habt ja bestimmt gehört, was im Mittelmeer mit unserer herzallerliebsten Dresdner Schlepper-Organisation gerade passiert, oder?"

Zu dem Zeitpunkt war die "Lifeline" noch auf dem Mittelmeer unterwegs mit 234 Flüchtlingen. Das Schiff wartete tagelang darauf, in einen europäischen Hafen einlaufen zu dürfen.

Im Video ist zu hören, wie immer mehr Teilnehmer laut zu rufen begannen: "Absaufen! Absaufen!"

Daraufhin sagt Däbritz grinsend "Nein, nein, nicht absaufen, wir brauchen das Schiff noch, um die alle wieder zurückzufahren."

Seit Tagen kursiert dieses Video in den sozialen Netzwerken.

Auch die Polizei wird wegen der PEGIDA-Rufe aktiv

Die "Lifeline" war tagelang auf dem Mittelmeer unterwegs mit 234 Flüchtlingen, ohne dass sie an einem Hafen anlanden durfte.
Die "Lifeline" war tagelang auf dem Mittelmeer unterwegs mit 234 Flüchtlingen, ohne dass sie an einem Hafen anlanden durfte.  © DPA

Anja Reschke von der ARD sagt dazu in einem Beitrag zu >> Panorama vom 19. Juli:

"Dass Menschen im 21. Jahrhundert völlig schamlos, bei hellem Tageslicht, auf einem der berühmtesten Plätze Dresdens rufen, dass Menschen absaufen, also sterben sollen, offenbart ein wirklich unvorstellbares Ausmaß an Werteverlust.

Werte übrigens, auf denen dieses Land fußt, die im Grundgesetz verankert sind. Dabei gibt es, man vergisst es fast, noch eine ganze Menge Menschen in Deutschland, denen diese Werte etwas bedeuten. Die Angela Merkels 'Wir schaffen das', als Auftrag verstanden haben. Es sind die Menschen, die in letzter Zeit wirklich nicht mehr gehört werden, nicht von der Politik, nicht von den Medien. Viele von ihnen sind mittlerweile auch wütend."

Der Beitrag wurde innerhalb von drei Stunden über 1,7 Millionen Mal auf >> Facebook aufgerufen.

Axel Steier hat 2016 die "Mission Lifeline" mitgegründet wundert sich über die "Absaufen"-Ausrufe nicht. Sein Orga-Büro hat aus Sicherheitsgründen eine geheime Adresse, regelmäßig werde das Büro via Facebook und per Mails bedroht, sagt er.

Er wirft der Dresdner Polizei Untätigkeit vor und verlangt, dass eine PEGIDA-Kundgebung aufgelöst wird, wenn so etwas gerufen wird. Die Dresdener Polizei hatte noch keine Kenntnis von dem Vorfall, schreibt rp-online. "Der von Ihnen (rp-online) benannte Sachverhalt war der Polizei bis dato nicht bekannt. Mit dem nun vorliegendem Video wird die Kriminalpolizei den Sachverhalt mit der Staatsanwaltschaft Dresden rechtlich prüfen."


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