Wirbel um Dresdner Hotel, das Asylheim werden sollte!

Rechts von dem im Halbkreis gebauten Hotel sind viele Einfamilienhäuser entstanden.
Rechts von dem im Halbkreis gebauten Hotel sind viele Einfamilienhäuser entstanden.

Dresden – Große Aufregung am Abend: Eigentlich sollte der Stadtrat am Donnerstag beschließen, dass bis zu knapp 1000 Flüchtlinge im Wyndham Garden an der Wilhelm-Franke-Straße untergebracht werden.

Nach MOPO24-Informationen hat der Eigentümer das fertig verhandelte und der Stadt vorliegende Angebot am Mittwochnachmittag kurzfristig zurückgezogen.

Die Stadt muss nach einem neuen Weg suchen, die 1000 Flüchtlinge unterzubringen. Das Management des Hotels bestätigte laut sz-online die Anfrage der Stadt. Sprecherin Sabine Dächert: „Das Haus steht aber nicht zur Verfügung, wir brauchen den Platz für Hotelgäste.“ Jetzt muss das Rathaus umplanen. Denn: „Der Vertrag war endverhandelt und unterschriftsreif“, so Rathaussprecher Kai Schulz zu MOPO24.

Der folgende Text war der Stand bis 19.11 Uhr:

Von Dirk Hein

Dresden - Wöchentlich erwartet Dresden ab sofort 400 Flüchtlinge. Die sind alle menschenwürdig unterzubringen. Um Turnhallen und Zelte zu vermeiden, will Oberbürgermeister Dirk Hilbert (44, FDP) jetzt insgesamt drei Hotels für 1500 Flüchtlinge anmieten.

Im Wyndham Garden-Hotel sollen bald 1000 Flüchtlinge untergebracht werden.
Im Wyndham Garden-Hotel sollen bald 1000 Flüchtlinge untergebracht werden.

Im größten davon, dem Wyndham Garden an der Wilhelm-Franke-Straße (ein ländliches 4-Sterne-Tagungshotel in Leubnitz-Neuostra) sollen knapp 1000 Flüchtlinge untergebracht werden. Das sprengt alle bisherigen Dimensionen.

Bis vor wenigen Monaten wollte die Stadt pro Unterkunft maximal 65 Flüchtlinge einquartieren. Die aktuell geplanten Containerstandorte etwa an der Washingtonstraße sind nun, nach den aktuellen Entwicklungen, schon für maximal 560 Flüchtlinge konzipiert.

Die Stadt will zudem das Tryp by Wyndham Dresden Neustadt (Fritz-Reuter-Straße, 227 Plätze) und das Days Inn (Strehlener Straße, 354 Plätze) anmieten. Alle Hotels sollen komplett für drei Jahre gebunden werden.

Pro Asylbewerber und Tag zahlt die Stadt 20 Euro Miete. Inklusive Verpflegung und Betreuung kostet die Hotelunterkunft für alle 1500 Asylbewerber mehr als 21 Millionen Euro pro Jahr.

„Wir wollen Zelte oder Turnhallen unbedingt vermeiden. Die Asylbewerber müssen menschenwürdig untergebracht werden. Wir brauchen schnelle Lösungen“, so OB Dirk Hilbert.

„Wir mussten da auch einmal tief durchatmen. Aber die Flüchtlinge werden nicht in Suiten untergebracht, alle Räume werden angepasst. Die aktuelle Situation ist so dramatisch, wir müssen sofort handeln“, sagt SPD-Chef Christian Avenarius (56).

Für den Mietpreis bauen die Hotelanbieter ihre Häuser zweimal komplett um. Zuerst wird die vorherige Hoteleinrichtung entfernt, alle Zimmer werden maximal belegt. Am Ende des Mietzeitraumes von wohl drei Jahren wird wieder umgebaut, damit danach ein Hotelbetrieb möglich ist.

Im Eilverfahren soll die Vorlage am Donnerstag vom Stadtrat beschlossen werden. Rot-Rot-Grün will unter der Bedingung zustimmen, dass zumindest geprüft wird, ob auch „nur“ für zwei Jahre gemietet werden kann.

Die CDU hat bereits angekündigt, der Unterbringung von 1000 Asylbewerbern in einem Hotel nicht zuzustimmen.

Direkt gegenüber vom Wyndham Garden liegt eine nagelneue Einfamilienhaus-Siedlung.
Direkt gegenüber vom Wyndham Garden liegt eine nagelneue Einfamilienhaus-Siedlung.
Die Dresdner Volleyball-Frauen haben bislang eine enge Beziehung zu dem Wyndham-Hotel. Zum einen wurde dort der neue Jahreskalender 2016 geshootet (Foto mit Lisa Izquierdo).
Die Dresdner Volleyball-Frauen haben bislang eine enge Beziehung zu dem Wyndham-Hotel. Zum einen wurde dort der neue Jahreskalender 2016 geshootet (Foto mit Lisa Izquierdo).
Zudem ist das Garden-Hotel Sponsor des DSC (siehe Kreis).
Zudem ist das Garden-Hotel Sponsor des DSC (siehe Kreis).
Auch das Days Inn an der Strehlener Straße soll angemietet werden.
Auch das Days Inn an der Strehlener Straße soll angemietet werden.

Fotos: Eric Münch (5); Google Earth


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