Weil er schwul ist? Evangelische Kirche mobbt Mitarbeiter raus

Aue/Dresden – Er hat es nicht mehr ausgehalten: Jens Ullrich (54), schwuler evangelischer Jugendwart von Aue, wirft hin.

Jens Ullrich (54) verlässt Sachsen.
Jens Ullrich (54) verlässt Sachsen.  © Ralf Seegers

Am Sonntag wird er in Grünhain Abschied nehmen - von seinen Jugendlichen, von seinen Unterstützern, seinen Feinden. Aber auch von "seiner" Landeskirche.

"Ich habe um einen Aufhebungsvertrag gebeten", so Ullrich zu TAG24. Denn er litt nicht nur unter dem Predigtverbot, das ihm Gemeinden des Kirchenbezirks auferlegt hatten.

"Am Ende gab's nur noch dieses eine Thema, meine Homosexualität." Nun wage er anderswo im Osten Deutschlands mit seinem Partner den Neustart. Denn auch der sei zermürbt. So sehr, dass beide selbst das liberale Leipzig verlassen.

Was genau Ullrich arbeiten wird, ist noch unklar. Fürchtet doch der Religionspädagoge und Diakon, dass ihn in anderen Kirchen sein Stigma einholt. Obwohl er nix verbrochen hat!

Jetzt bekommt er erst einmal Abschiedsbriefe. "So viel Zuspruch hätte ich mir vorher gewünscht", so Ullrich. Auch bitter: Ihm gehen Ansprüche aus 23 Dienstjahren bei der sächsischen Landeskirche verloren ...

Titelfoto: Ralf Seegers


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