Aus Angst vor den Wölfen? Wildschweine rücken auf Siedlungen vor

Dresden - Das Wolfsrudel in der Dresdner Heide (TAG24 berichtete): Während wir Menschen vor den Raubtieren nichts zu befürchten haben, sieht das für Nutz- und Wildtiere anders aus. Jäger stellen jetzt fest, dass Wildschweine aus der Heide vermehrt in Siedlungen einfallen.

Jäger Hartmuth G. (59) beobachtet im Norden der Stadt, wie sich immer mehr Wildschweine den Siedlungen nähern.
Jäger Hartmuth G. (59) beobachtet im Norden der Stadt, wie sich immer mehr Wildschweine den Siedlungen nähern.  © Norbert Neumann

"Da der Wolf jetzt in der Heide jagt, weichen auch Wildschweine noch weiter als ohnehin schon in Siedlungsnähe aus", vermutet Jäger Hartmuth G. (59), der sein Revier im Norden hat.

"Rotten mit bis zu 20 Tieren weichen an Randgebiete aus, wühlen auf der Suche nach Nahrung ganze Wiesen auf." Betroffen sind vor allem die Albertstadt und Hellerberge.

Ende August rannte eine Sau in der Nacht an der Königsbrücker Straße sogar gegen eine Straßenbahn und verendete. "Das passiert vor allem zwischen Weixdorf und Klotzsche immer mal wieder", so DVB-Sprecher Falk Lösch (54).

"Eine Zunahme solcher Unfälle beobachten wir aber nicht." Auch in Kleingartenanlagen treiben sich Wildschweine herum. Ein Anstieg sei laut Stadtverbands-Chef Frank Hoffmann (60) nicht erkennbar, allerdings wurden gegen die Eindringlinge auch Zäune installiert.

Grundsätzlich ist durch milde Winter mit einer erhöhten Population und damit auch mit vermehrtem Auftreten in der Stadt zu rechnen ...

Übrigens: Nutztiere wie Schafe machen nur ein Prozent der wölfischen Speisekarte aus. An der Spitze stehen Rehe, gefolgt von Rothirschen und Wildschweinen.

Diese Aufnahme einer Wildtierkamera aus dem Mai zeigt ein Wildschwein nahe der JVA am Hammerweg.
Diese Aufnahme einer Wildtierkamera aus dem Mai zeigt ein Wildschwein nahe der JVA am Hammerweg.  © privat
Auf der Suche nach Nahrung rücken Wildschweine ohnehin schon nahe an den Menschen heran.
Auf der Suche nach Nahrung rücken Wildschweine ohnehin schon nahe an den Menschen heran.  © dpa/Gregor Fischer

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