Autonomes Fahren: Sachsen investiert Millionen in die Zukunftstechnik

Dresden - Die Landeshauptstadt erprobt die Zukunft des Fahrens. Schon diesen Herbst sollen die ersten Versuche mit hochautomatisiert fahrenden Autos starten. Bundesweit ist Dresden eine von sieben Testregionen.

Hier beginnt die Zukunft: Das Funkmodul hängt bereits an der Ampel auf der Wilschdorfer Landstraße. Über die kleinen Kästen können Infos mit Autos ausgetauscht werden.
Hier beginnt die Zukunft: Das Funkmodul hängt bereits an der Ampel auf der Wilschdorfer Landstraße. Über die kleinen Kästen können Infos mit Autos ausgetauscht werden.  © dpa/Sebastian Kahnert

"Ab Herbst sollen die ersten zwei bis drei Testkorridore in Betrieb sein und die ersten Testfahrten durchgeführt werden", so Prof. Matthias Klingner, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme. Zwei Korridore - einer im Dresdner Norden am Flughafen sowie ein weiterer im Süden in der Innenstadt - würden derzeit ausgerüstet.

Und zwar mit Roadside Units (RSU): Über die kleinen Kästen werden Informationen zwischen Ampeln und Autos ausgetauscht.

Das Besondere in Dresden: Sie können sich auch ein eigenes Bild von der örtlichen Verkehrslage verschaffen. Auf dieser Basis geben sie dann Fahrempfehlungen an die hochautomatisierten Fahrzeuge ab, etwa einen Spurwechsel.

Das Land will rund 11,6 Millionen Euro für das vernetzte und automatisierte Fahren geben.

Autonomer Testbus in Karlsruhe. Ist so ein Flitzer bald auch in Dresden unterwegs?
Autonomer Testbus in Karlsruhe. Ist so ein Flitzer bald auch in Dresden unterwegs?  © dpa/Sebastian Gollnow

Das Ganze ist ein Großprojekt: Derzeit sind laut Sächsischer Energieagentur in etwa zehn Projekten rund 40 Partner aus der sächsischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung aktiv.

Bundesweit wird laut Prof. Jürgen Krimmling von der TU Dresden das automatisierte Fahren zudem in Berlin, Braunschweig, Hamburg, Düsseldorf und Ingolstadt getestet. Die Tests sollen dazu führen, dass der Verkehr sicherer, schneller und umweltschonender wird.

Doch bis Autos tatsächlich autonom fahren, dürfte es noch dauern. Prof. Klingner geht davon aus, dass es in den nächsten drei oder vier Jahren erste autonom fahrende Shuttle-Busse auf einzelnen Strecken gibt:

"Momentan ist die Sicherheit von autonomen Fahrzeugen meilenweit von der Sicherheit eines menschlichen Fahrers entfernt. Da liegen noch Welten dazwischen."

Prototyp eines Autos, das fürs autonome Fahren genutzt wird. Noch ist es Zukunftsmusik.
Prototyp eines Autos, das fürs autonome Fahren genutzt wird. Noch ist es Zukunftsmusik.  © Daniel Naupold/dpa
Prof. Matthias Klingner, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme in Dresden.
Prof. Matthias Klingner, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme in Dresden.

Titelfoto: dpa/Sebastian Gollnow, PR


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