Bagger zerkleinern Reste: Baywobau setzt den Schlussstein am Neumarkt

Dresden - Am Eck Sporergasse/Schloßstraße haben die Bauarbeiten begonnen. Auch an der benachbarten Lieferschleuse für den Kulturpalast kann es weitergehen.

Investor Bernd Dietze (75).
Investor Bernd Dietze (75).  © Holm Helis

Damit findet der jahrelange Wiederaufbau des historischen Neumarktgebietes rund um die Frauenkirche seinen Abschluss. Der Bauherr freut sich - und ist wütend zugleich.

"Wir fangen jetzt an. Der Bann ist gebrochen. Die Liefer-Einhausung und der Block werden gebaut“, jubelt Baywobau-Chef Bernd Dietze (75). Schon sind erste Bagger aufgefahren, die ausgegrabenen Kellerreste zerkleinert.

Bis Frühjahr/Sommer 2021 will Dietze auf dem sogenannten Quartier VII-1 ein ganzes Häuserensemble errichten - eine Mischung aus Alt und Neu, mit Büros, Gewerbeflächen und 53 Wohnungen zwischen Schloßstraße und Schössergasse.

Ihr Gesicht von einst erhalten auf jeden Fall das Caesarsche Haus gegenüber dem ebenfalls rekonstruierten Trierschen Haus sowie das Fürstliche Haus an der Ecke Schloßstraße/Sporergasse. Gesamtkosten: 36 Millionen Euro.

Ein großer Meißel pickert den Boden frei.
Ein großer Meißel pickert den Boden frei.  © Holm Helis

Die Orginalbauten entstanden 1781 und um 1500; beide fielen 1945 dem Feuer zum Opfer - bis auf die Reliefplatten des Erkers am Fürstlichen Haus mit dem Abbild von Kurfürst Christian II. (1584 -1611) und seiner Frau. Sie sind im Stadtmuseum aufbewahrt, sollen am Nachbau wieder angebracht werden. Die noch erhaltenen Reste der historischen Keller fallen allerdings der Spitzhacke zum Opfer.

Insgesamt misst das Quartier 7 380 Quadratmeter. Die Ausgrabungen hatten bereits im Herbst 2016 begonnen. Unmittelbar im Anschluss sollte Baubeginn sein. Doch der Kampf um den flexiblen Liefertunnel auf der Kulti-Rückseite bremste. Der muss von den neuen Anrainern gebaut werden, damit die künftigen Bewohner der Quartiere nicht etwa später die Stadt wegen Lärmbelästigung verklagen, wenn nach einem Konzert nachts Trucks Bühnentechnik verladen.

Der Tunnel kostet 1,4 Millionen Euro. "Aber damit werden wir ziemlich allein gelassen", so Dietze. "Ich bin stinksauer."

Denn eine Bitte um Übernahme von zumindest 270.000 Euro sei von der Stadt gar nicht erst beantwortet worden. Zumindest die Nachbarinvestoren Kimmerle und USD übernehmen 130.000 Euro bzw. 150.000 Euro. Gebaut wird der Tunnel in zwei Etappen, jeweils in der spielplanfreien Zeit, von Juli bis Mitte August 2019 und 2020.

Das Baufeld gestern von oben. Hinten das Taschenbergpalais.
Das Baufeld gestern von oben. Hinten das Taschenbergpalais.  © Holm Helis
So soll das Quartier einmal aussehen. Hier ein Blick von der Schloßstraße. Rechts die Ecke gehört zum Kulturpalast.
So soll das Quartier einmal aussehen. Hier ein Blick von der Schloßstraße. Rechts die Ecke gehört zum Kulturpalast.  © Baywobau/iprocon

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