Daran könnte Karls Erlebnisdorf noch scheitern

Bannewitz - Läuft alles nach Plan, verwandelt sich der Dresdner Stadtrand schon 2022 in ein erdbeerlastiges Kindertobeland samt Manufakturen und Handel: "Karls" will in Bannewitz ein Erlebnisdorf bauen, 13 Millionen Euro investieren und fast 100 Jobs schaffen. Doch sicher ist noch nichts: Denn daran könnte das Mega-Projekt scheitern.

Der Bannewitzer Bürgermeister Christoph Fröse (65, parteilos) freut sich auf "Karls".
Der Bannewitzer Bürgermeister Christoph Fröse (65, parteilos) freut sich auf "Karls".  © Eric Münch

1. Knackpunkt Geld: Der Bannewitzer Bürgermeister Christoph Fröse (65, parteilos) hat zwar einen Deal eingefädelt, der noch im Februar einen Verkauf des Grundstücks ermöglicht, doch noch ist nichts unterschrieben. Nach TAG24-Informationen liegen die Preisvorstellungen für einen Verkauf des Landes (noch) weit auseinander.

2. Knackpunkt Gemeinderat: Der hat das letzte Wort beim Beschluss des Bebauungsplans. Und: Noch während "Karls"-Chef Robert Dahl (48) seine Bannewitz-Pläne vorstellte, begannen unter den Politikern die Diskussionen. Sorge macht vor allem der Verkehr. Nur wer aus Richtung Autobahn kommt, kann direkt zu "Karls" abbiegen.

Autos aus Richtung Altenberg sollen über die Straße zum Real-Markt und von dort weitergeleitet werden. Auch um lokale Händler wird sich gesorgt. Bei "Karls" wird frisch gebacken, Wurst und Geschenke werden verkauft - der Todesstoß für die letzten Einzelhändler vor Ort oder den Indoor-Spielplatz Remmidemmi?

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3. Knackpunkt Proteste: Eine Bürgerinitiative wehrte sich mit Händen und Füßen gegen eine Motocross-Strecke nahe dem jetzigen "Karls"-Gelände. Wenige Jahre vorher gab es einen Proteststurm gegen die Ansiedlung des Dresdner Verpackungsmaschinen-Weltmarktführers Theegarten-Pactec. Beide Projekte wurden nie realisiert.

"Karls" würde beides toppen, allein am Eröffnungstag könnten 40.000 Gäste kommen.

Über diese Kreuzung soll das Erlebnisdorf aus Richtung Autobahn angefahren werden. Aus Richtung Altenberg kommend, wird dagegen ein Linksabbiegen nicht erlaubt sein.
Über diese Kreuzung soll das Erlebnisdorf aus Richtung Autobahn angefahren werden. Aus Richtung Altenberg kommend, wird dagegen ein Linksabbiegen nicht erlaubt sein.  © Steffen Füssel

Titelfoto: Eric Münch

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